Abbruch der Jamaika-Sondierungen: Merkels Scheitern

AZ-Nachrichten-Chefin Natalie Kettinger über das Scheitern der Jamaika-Sondierungen.
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AZ-Kommentar zum Scheitern der Jamaika-Sondierungen.
dpa AZ-Kommentar zum Scheitern der Jamaika-Sondierungen.

Manchmal bewundert man Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihre Gelassenheit. Etwa, wenn sie die Nazi-Provokationen des türkischen Staatspräsidenten an sich abperlen lässt, als trüge sie ein Kostüm aus Teflon. Die Deutschen schätzen ihre Unaufgeregtheit – und vermutlich hat Bundeskanzlerin Angela Merkel das Land durch ihren beinahe bräsigen Pragmatismus vor einigen Krisen bewahrt. Diesmal nicht.

Das Scheitern der Sondierungen ist Merkels Scheitern. Vier Parteien, teils spinnefeind, sollten eine Regierung bilden. Dieses Projekt hätte einer integrierenden Führungsperson bedurft. Diesmal hätte „Mutti“ durchgreifen müssen – und eine Vision entwickeln. Eine Idee von dem Deutschland, das diese Regierung gestalten will. Ein Ziel, auf das es hinzuarbeiten gilt. Einen roten Faden für die Verhandlungen.

Das hat Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht getan. Sie blieb unsichtbar, ihre Stimme unhörbar, übertönt von den Schreihälsen, denen sie bereitwillig die Bühne überließ, bis diese das Klima so sehr vergiftet hatten, dass keine Einigung mehr möglich war.

Diesmal hat die Passivität der Kanzlerin allen geschadet: dem Land – und vor allem ihr selbst. Ob sie auch diese Krise mit Ruhe und Raute übersteht, ist ungewiss.

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