Zu heiß, zu kalt, zu nass, zu trocken

Die Wetterkapriolen in diesem Sommer sind für die Experten ein Beleg für die Veränderung des Klimas. Und: Es wird noch viel extremer...
| Abendzeitung
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Die Wetterkapriolen in diesem Sommer sind für die Experten ein Beleg für die Veränderung des Klimas
dpa Die Wetterkapriolen in diesem Sommer sind für die Experten ein Beleg für die Veränderung des Klimas

Die Wetterkapriolen in diesem Sommer sind für die Experten ein Beleg für die Veränderung des Klimas. Und: Es wird noch viel extremer...

BERLIN Dieser Sommer war der Beweis: Unser Klima ist nicht mehr das, was es einmal war. Da wechselten – innerhalb Deutschlands – ausgeprägte Schafskälte mit extremer Hitze, Dürren mit rekordverdächtigen Regenmengen. Die Experten von Umweltbundesamt und Deutschem Wetterdienst, die sich derzeit in Dessau auf einer Konferenz mit dem Thema beschäftigen, sind sicher: Die Extreme der letzten Monate werden nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel sein. Unser Klima ändert sich nachhaltig.

Das ist natürlich nicht nur bei uns, sondern weltweit spürbar. Jochem Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamt, sagte zum Auftakt der Konferenz: „Die Überschwemmungen in Pakistan, die lange anhaltende Hitzewelle in Russland aber auch die Hochwasser in Sachsen entsprechen den Erwartungen der Klimaforschung über die Zunahme von extremen Wetterereignissen.“

Längst ist nicht mehr nur von der Klimaerwärmung die Rede, aber auch die ist eindeutig: In den letzten 130 Jahren ist die Jahresdurchschnittstemperatur in Deutschland um 1,1 Grad Celsius gestiegen. Das klingt zunächst wenig, ist aber verantwortlich für die die starken Schwankungen im Wettergeschehen. Und: Bis Ende des Jahrhunderts wird diese Durchschnittstemperatur noch einmal um 2 bis 4 Grad Celsius steigen.

Die angenehmste Folge der Erwärmung ist, dass sich seit 1950 die Zahl der Sommertage (mit mehr als 25 Grad) mehr als verdoppelt hat. Und damit nicht genug. Professor Gerhard Adrian, Präsident des Deutschen Wetterdienstes: „Bis zur Mitte des Jahrhunderts rechnen wir zum Beispiel mit einer Zunahme von etwa 15 bis 27 zusätzlichen Sommertagen im Jahr – vor allem im Osten Deutschlands.“

In diesen kühlen August-/Septembertagen denken viele mit Wehmut an die Hitzewelle im Juli – doch andauernd hohe Temperaturen können die Gesundheit vieler Menschen belasten.

Vor allem in Bürogebäuden können dann, so Flasbarth, belastende Situationen entstehen, vor allem wenn zu große Glasfassaden vorhanden sind oder die Klimaanlage nicht ausreicht.

Weil kaum noch Chancen bestehen, den Klimawandel zu stoppen, fordert Flasbarth Konsequenzen, um zumindest die Folgen beherrschen zu können. „Normen und Richtlinien – etwa beim Bau von Gebäuden, Straßen oder Kraftwerken – müssen die künftigen Klimaverhältnisse stärker berücksichtigen“, sagt der Präsident des Wetterdienstes. Als Beispiel für die mangelnde Anpassung nannte Flasbarth ausdrücklich den Ausfall der Klimaanlagen in den ICE-Zügen in diesem Sommer. mh

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren