Zeuge: Fabians Vater verdächtigte auch die Angeklagte

Im Mordprozess im Fall des getöteten achtjährigen Fabian waren am 16. Verhandlungstag gleich acht Zeugen geladen. Sie sagten zur Angeklagten und auch zu Fabians Vater aus, der selbst im Saal saß.
von  dpa
Die Angeklagte (verdeckt) schweigt bislang zu den Vorwürfen.
Die Angeklagte (verdeckt) schweigt bislang zu den Vorwürfen. © Jens Büttner/dpa

Der Vater des getöteten achtjährigen Fabian hat nach Aussagen eines langjährigen Freundes anfangs auch einen Tatverdacht gegen die Angeklagte geäußert. Das habe er ihm klipp und klar am 14. Oktober 2025 gesagt, sagte der 38-Jährige am Landgericht Rostock. An dem Tag wurde Fabians Leichnam bei einem Tümpel bei Klein Upahl entdeckt. Fabians Vater war jahrelang mit der Angeklagten liiert. Nach einer vorübergehenden Trennung ist er nach eigenen Angaben wieder mit ihr zusammen. 

Anfang des Jahres habe Fabians Vater ihm dann gesagt, dass er nun davon ausgehe, dass die 30 Jahre alte Angeklagte nichts mit der Tat zu tun habe und dies auch ohne einen Beweis ihrer Schuld nicht glaube. Der Vater selbst, der am Mittwoch auch im Gerichtssaal 2.002 saß und den Prozess verfolgte, hatte entsprechende Aussagen des Freundes gegenüber der Polizei bei seiner Vernehmung am zweiten und dritten Prozesstag dagegen zurückgewiesen. 

Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten vor, Fabian am 10. Oktober 2025 an einem Tümpel bei Klein Upahl mit sechs Messerstichen getötet und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt zu haben. Die Frau schweigt bislang zu den Vorwürfen, will sich aber nach Angaben ihrer Verteidiger im August äußern. Fabians Mutter nimmt als Nebenklägerin an dem Prozess teil, der bis zum 10. September terminiert ist. 

Tierarztrechnungen zügig bezahlt

Fabians Vater versorgt derzeit täglich die fünf Pferde - ein Reitpferd und vier Ponys unterschiedlicher Größe - der Angeklagten. Die Pferde seien ihr alle sehr wichtig gewesen, sagte eine Tierärztin, die ebenfalls als Zeugin vernommen wurde. Von 2021 bis heute seien Rechnungen in Höhe von insgesamt 8.000 Euro angefallen, die alle zügig bezahlt worden seien.

Wenige Tage nach dem Auffinden von Fabians Leiche habe die Angeklagte ihr eine Sprachnachricht geschickt. Darin sei es zwar um den Gesundheitszustand eines Pferdes gegangen. Sie habe dabei aber auch gesagt, dass sie nichts mit der Tat zu tun habe. Sie habe ihn, Fabian, einfach nur gefunden. 

Wer noch aussagte

Die Angeklagte hatte den Leichnam des Kindes nach eigener Aussage am 14. Oktober zufällig beim Spaziergang mit dem Hund gefunden und die Polizei alarmiert. Nach Aussagen von Zeugen war sie aber bereits am 13. Oktober zweimal mit je einem Bekannten am Fundort gewesen.

Des Weiteren kamen Gerichtshelferin, ein früherer Arbeitgeber und ein Freund der Angeklagten zu Wort. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. Dann sollen fünf Bekannte und Nachbarn der Angeklagten als Zeugen gehört werden.

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