Wurst, Erdbeeren, Limetten? - Jagd nach Erreger

Der gefährliche Darmkeim EHEC gibt weiter Rätsel auf: Nach der Entwarnung für Gurken gibt es nun andere verdächtige Erreger-Träger. Die Suche nach dem Auslöser der Krankheit
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Gurken wurden in den vergangenen von vielen Verbrauchern aus Angst vor EHEC-Keimen gemieden.
dpa Gurken wurden in den vergangenen von vielen Verbrauchern aus Angst vor EHEC-Keimen gemieden.

Der gefährliche Darmkeim EHEC gibt weiter Rätsel auf: Nach der Entwarnung für Gurken gibt es nun andere verdächtige Erreger-Träger. Die Suche nach dem Auslöser der Krankheit

Berlin - Wurst, Erdbeeren, Limetten? Nach der Entwarnung für Gurken gibt es nun andere verdächtige Erreger-Träger. Während Ärzte um das Überleben der EHEC-Erkrankten kämpfen, geht die Suche nach der Quelle des tückischen Keims unermüdlich weiter. Die neusten Fakten:

Das Genom des Erregers ist entschlüsselt, doch wo kommt er her?

Klar ist: Spanische Salatgurken sind nicht die Auslöser für die EHEC-Welle. Nun stehen die Experten wieder am Anfang ihrer Suche. „Man kann derzeit gar nichts ausschließen“, sagte Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU). Neben Tomaten, Salat und Gurken untersuchen Mikrobiologen daher auch Rindfleisch, Würstchen, Erdbeeren und Limetten. Sie stammen aus Supermärkten, von Marktständen und aus den Kühlschränken von Patienten. Doch: Eine positive Probenanalyse gibt es noch nicht. Um herauszufinden, an welcher Stelle der Lebensmittelkette eine Belastung mit Keimen erfolgt ist, sollen nun Lieferwege von verdächtigen Produkten zurückverfolg[GRUNDTEXT]t werden.

Was darf man noch essen?

Zwar hat die EU-Kommission ihre Gesundheitswarnung vor spanischen Salatgurken aufgehoben. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt jedoch, weiter auf rohe Tomaten, Salatgurken und Blattsalate zu verzichten. Auf Nummer sicher geht, wer Gemüse immer abkocht.

Was passiert, wenn die Infektionsquelle nicht gefunden wird?

Dieses Szenario ist nicht so unwahrscheinlich. In 80 Prozent der Fälle bleibe die Bestimmung der Quelle erfolglos, so Andreas Sammann vom Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt. „Letztlich ist das so, als würden Sie unter vielen E.coli-Bakterien nach einem Karl Müller suchen“, erklärt Heidi Kuiper, die in einem niedersächsischen Labor nach EHEC fahndet. Auch denkbar ist, dass die Epidemie von alleine ausklingt – nachdem das verdorbene Lebensmittel ganz verzehrt oder entsorgt ist. Wo es steht und wann das der Fall ist? Das vermag niemand zu sagen.

Kommen auch Menschen als Überträger in Frage?

Ja. Ausgeschlossen ist das nicht. EHEC wird fäkal-oral übertragen. Das heißt, der Keim wird nicht durch Tröpfcheninfektion übertragen. Mit Hilfe eines Schnelltests sind Forscher der Uniklinik Münster gerade dabei zu klären, wie lange genesene Patienten den Keim übertragen können. Möglich ist auch, dass Menschen den Erreger in sich tragen, ohne dass er zum Ausbruch kommt. Auf Toiletten daher auf sorgfältige Hygiene achten.

Wie kann man sich vor Infektionen schützen?

Eine Schutzimpfung gegen EHEC gibt es nicht. Durch Hygiene lässt sich das Infektions-Risiko aber einschränken. Das heißt: Regelmäßig Hände waschen, leicht verderbliche Lebensmittel im Kühlschrank aufbewahren, Küchengeräte sauber halten. Und: Nahrungsmittel erhitzen, so dass sie mindestens zwei Minuten lang 70 Grad warm werden. Ansonsten: Obst und Gemüse immer schälen und waschen.

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