Weiße Weihnacht erscheint zunehmend unwahrscheinlich

Fast schon wieder T-Shirt-Wetter im Wintermonat Dezember - da dürfte der Glühwein auf den Weihnachtsmärkten weniger locken. Mehr Abkühlung könnte das Wochenende bringen. Verschneite Weihnachtstage hingegen erscheinen fraglich.
| dpa
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T-Shirt im Dezember: Ein Mann geht bei milden Temperaturen am Kölner Rheinufer in der Nachmittagssonne spazieren.
Oliver Berg/dpa/dpa T-Shirt im Dezember: Ein Mann geht bei milden Temperaturen am Kölner Rheinufer in der Nachmittagssonne spazieren.

Offenbach - Milde Temperaturen deutlich über zehn Grad - derzeit ist an vielen Orten Deutschlands außer der weihnachtlichen Dekoration wenig vom Winter spürbar. Auch in den kommenden Dezember-Tagen bleiben die Temperaturen vor allem im Westen Deutschlands auffällig mild.

Am Donnerstag erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) im Emsland Höchstwerte von 14 Grad, im Westen kann es sogar bis zu 15 Grad warm werden. Im Osten Deutschlands können 6 Grad erreicht werden - für Mitte Dezember immer noch nicht allzu winterlich.

Ein Zeichen des Klimawandels seien diese Werte aber nicht unbedingt, sagte DWD-Sprecher Andreas Friedrich. "Das ist alles noch im Bereich der jahreszeitlichen Schwankungen." Auch wenn am Dienstag an 82 der rund 2000 DWD-Messstationen in Deutschland Werte von 15 Grad und mehr festgestellt worden seien, seien selbst die 18,8 Grad im bayerischen Sigmarszell noch nicht rekordverdächtig. Am 16. Dezember 1989 wurde mit 24 Grad der höchste, fast schon sommerliche, Dezemberwert erreicht. Damals wurden auch an zahlreichen anderen Orten Temperaturen über 20 Grad gemessen, sagte Friedrich.

Für die Gesundheit der meisten Menschen ist das milde Dezemberwetter übrigens kein Problem, so Andreas Matzarakis, Leiter des Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des DWD. "Der Mensch ist an den Wechsel der Jahreszeiten angepasst, durch seine biologische Uhr. Gesunde, unbelastete Menschen können damit den Wechsel etwa von einem kalten Morgen zu milden Temperaturen nur wenig später gut bewältigen", sagte er. Riskant wäre es für diese Menschen eher, bei der Wahl ihrer Kleidung das "Zwiebelprinzip" außer Acht zu lassen und dann entweder zu warm oder zu leicht gekleidet zu sein. Anders sei es allerdings, wenn jemand erkrankt sei, unter Stress stehe oder ähnlichen Belastungen ausgesetzt sei. Diese Menschen könnten sich an das untypische Wetter schlechter anpassen.

Kein körperliches Problem, wohl aber für viele eine emotionale Sache sei die weiße Weihnacht. "Die Leute wollen Weihnachten kalt und weiß haben", so Matzarakis. "Das ist eine Wunschvorstellung, aber die findet oft nicht statt, sondern durchschnittlich nur alle fünf bis zehn Jahre für ganz Deutschland."

Regional gibt es da je nach Lage Unterschiede. Als Folge des Klimawandels könnten die Aussichten zudem noch deutlich schlechter werden. "Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnacht wird geringer", sagte Matzarakis. Stattdessen könnten die Feiertage öfter verregnet sein, wenn der Niederschlag infolge der höheren Temperaturen nicht in der ersehnten Form von Schneeflocken komme.

Auch wenn es für genaue Vorhersagen für das Weihnachtswetter 2019 noch zu früh ist - DWD-Sprecher Friedrich konnte angesichts der aktuellen Wetterlage nur geringe Chancen für eine weiße Weihnacht sehen. "Ab 700 Meter Höhe in den Mittelgebirgen ist da vielleicht etwas möglich und natürlich in den Alpen", sagte er. Dort könne es im Fall von Niederschlägen während der Weihnachtstage womöglich sogar Neuschnee geben.

Doch auch wenn das Wochenende laut Meteorologen etwas kühler werden dürfte, meinte der DWD-Experte Tobias Reinartz zu den aktuellen Weihnachtsprognosen: "Tendenziell zeichnet sich eher nasskaltes Schmuddelwetter ab."

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