Vor der Periode: Wie die Lutealphase Frauen beeinflusst

Stimmungsschwankungen, Heißhunger oder ein aufgeblähter Bauch: In der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus verändert sich der Körper. Was hinter den Beschwerden steckt und was helfen kann.
von  (ncz/spot)
Die Lutealphase gilt als der innere Herbst.
Die Lutealphase gilt als der innere Herbst. © nikkimeel/iStock via Getty Images

Wer sich kurz vor der Periode plötzlich gereizter fühlt, schlechter schläft oder ungewöhnlich großen Appetit hat, erlebt möglicherweise die Auswirkungen der Lutealphase. Sie gilt als der innere "Herbst" des Menstruationszyklus und beginnt nach dem Eisprung. Erst mit dem Einsetzen der nächsten Blutung endet sie.

Was passiert in der Lutealphase?

Nach dem Eisprung wandelt sich der zurückgebliebene Follikel im Eierstock in den sogenannten Gelbkörper um. Er produziert vor allem Progesteron. Das Hormon bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Auch Östrogen ist weiterhin beteiligt, sein Spiegel verändert sich im Verlauf der Phase ebenfalls.

Kommt es nicht zu einer Schwangerschaft, sinken die Hormonspiegel gegen Ende des Zyklus. Die Gebärmutterschleimhaut wird abgestoßen - die Menstruation beginnt. Die Lutealphase dauert häufig etwa zwölf bis 14 Tage, kann aber individuell variieren.

Warum sich Stimmung und Körper verändern

Die hormonellen Veränderungen können sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen. Manche Frauen bemerken kaum einen Unterschied, andere leiden unter körperlichen oder psychischen Beschwerden. Dazu gehören beispielsweise Brustspannen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Blähungen, Schlafprobleme oder ein verändertes Hungergefühl.

Auch die Stimmung kann sich verändern. Betroffene fühlen sich mitunter empfindlicher, gereizter, ängstlicher oder niedergeschlagener. Die Beschwerden werden häufig unter dem Begriff prämenstruelles Syndrom (PMS) zusammengefasst. Warum manche Menschen deutlich stärker betroffen sind als andere, ist noch nicht vollständig geklärt. Eine Rolle scheint unter anderem zu spielen, wie empfindlich das Gehirn auf die normalen hormonellen Veränderungen reagiert.

Wichtig ist dabei: Nicht jede Frau erlebt einen deutlichen Leistungseinbruch oder Stimmungsschwankungen in der zweiten Zyklushälfte. Auch die verbreitete Vorstellung, Frauen seien in bestimmten Zyklusphasen grundsätzlich weniger leistungsfähig, lässt sich nicht pauschal auf alle übertragen.

Was gegen Beschwerden helfen kann

Wer regelmäßig unter Symptomen leidet, kann zunächst beobachten, wann sie auftreten. Ein Tagebuch über mindestens zwei Menstruationszyklen hilft dabei, wiederkehrende Muster zu erkennen. Notiert werden können beispielsweise Stimmung, Schlaf, Schmerzen, Appetit und der Beginn der Blutung.

Regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung können Beschwerden lindern. Manche Betroffene profitieren davon, mehrere kleinere Mahlzeiten zu essen, wenn sie sich damit wohler fühlen.

Auch bestimmte Lebensmittel können den Körper während der Lutealphase unterstützen: Empfehlenswert sind regelmäßige, ausgewogene Mahlzeiten mit Vollkornprodukten, Gemüse, Obst und Eiweißquellen wie Hülsenfrüchten, Tofu oder Joghurt. Komplexe Kohlenhydrate, etwa aus Haferflocken oder Vollkornbrot, können dazu beitragen, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten und Heißhunger vorzubeugen. Magnesiumreiche Lebensmittel wie Nüsse, Kürbiskerne und grünes Blattgemüse sowie kalziumreiche Produkte können ebenfalls sinnvoll sein. Studien deuten darauf hin, dass eine ausreichende Kalziumzufuhr PMS-Beschwerden lindern kann.

Wenn die Symptome den Alltag deutlich beeinträchtigen, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Neben PMS gibt es die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS), bei der insbesondere psychische Beschwerden sehr stark ausgeprägt sein können. Je nach Situation kommen unterschiedliche Behandlungen infrage.

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