Verdächtiger Todesfahrer von Toronto kommt vor Haftrichter

Mit einem gemieteten Lieferwagen steuert in Kanada ein Mann auf einen Gehweg, mäht wahllos Passanten um. Zehn Menschen sterben. Später soll er die Polizei aufgefordert haben, ihn zu erschießen. Sein Motiv gibt Rätsel auf.
| dpa/az
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Menschen zünden Kerzen an und legen Blumen nieder um ihr Mitleid für die Opfer zu bekunden.
Zou Zheng/XinHua/dpa 4 Menschen zünden Kerzen an und legen Blumen nieder um ihr Mitleid für die Opfer zu bekunden.
Ein Mann tröstet seine Frau, die in einem Cafe saß und Zeugin wurde, als ein Mann mit einem Lieferwagen mit hohem Tempo über Gehwege gefahren ist und dabei mindestens zehn Menschen getötet hat.
Aaron Vincent Elkaim/The Canadian Press/AP/dpa 4 Ein Mann tröstet seine Frau, die in einem Cafe saß und Zeugin wurde, als ein Mann mit einem Lieferwagen mit hohem Tempo über Gehwege gefahren ist und dabei mindestens zehn Menschen getötet hat.
Polizisten stehen neben einer zugedeckten Leiche, die auf einem Gehweg liegt, nachdem ein Lieferwagen in eine Gruppe von Fußgängern fuhr und dabei mehrere Menschen erfasste.
Aaron Vincent Elkaim/The Canadian Press/AP/dpa 4 Polizisten stehen neben einer zugedeckten Leiche, die auf einem Gehweg liegt, nachdem ein Lieferwagen in eine Gruppe von Fußgängern fuhr und dabei mehrere Menschen erfasste.
Rettungskräfte stehen auf der Yonge Street, nachdem ein Mann mit einem Lieferwagen mit hohem Tempo über Gehwege gefahren ist und dabei mindestens zehn Menschen getötet hat.
Nathan Denette/The Canadian Press/AP/dpa 4 Rettungskräfte stehen auf der Yonge Street, nachdem ein Mann mit einem Lieferwagen mit hohem Tempo über Gehwege gefahren ist und dabei mindestens zehn Menschen getötet hat.

Toronto - Einen Tag nach der Todesfahrt von Toronto soll der mutmaßliche Täter an diesem Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Das teilte die Polizei der kanadischen Großstadt via Twitter mit. Der 25 Jahre alte Alek Minassian soll mitten in einem belebten Geschäftsviertel einen Lieferwagen in eine Gruppe von Fußgängern gelenkt haben. Zehn Menschen starben, 15 weitere wurden bei der Zickzackfahrt über Gehwege verletzt. Minassian ist der Polizei zufolge nicht vorbestraft. Weitere Verdächtige gebe es nicht.

Zu Motiven oder einem möglichen terroristischen Hintergrund machten die Behörden zunächst keine Angaben. Alles sehe nach einer vorsätzlichen Tat aus, ermittelt werde in alle Richtungen, sagte Torontos Polizeichef Mark Saunders. Die Sender NBC und CTV berichteten unter Berufung auf Strafverfolger und Sicherheitskreise, der Täter sei vermutlich geistig verwirrt.

Keine erhöhte Terrorgefahr nach Todesfahrt

Die zuvor geltende mittlere Terrorwarnstufe in der kanadischen Millionenmetropole, wo bis Montag die Außenminister der G7-Staaten getagt hatten, bleibe unverändert, sagte Ralph Goodale, Minister für öffentliche Sicherheit. Für eine erhöhte Terrorgefahr gebe es keine Hinweise.

Mit 60 bis 70 Stundenkilometern hatte der weiße Mietwagen am Montag Fußgänger erfasst, als er um die Mittagszeit in der Geschäftsgegend im Bezirk North York von der Straße auf den Bürgersteig fuhr. Dabei wechselte er über rund 15 Straßenblocks hinweg immer wieder zwischen Straße und Gehweg.

Video zeigt Drohungen des mutmaßlichen Täters

Im Internet kursierte ein Video eines Augenzeugen, das Berichten zufolge die Festnahme des mutmaßlichen Täters zeigt. Darin ist zu sehen, wie ein Mann vor einer völlig demolierten Motorhaube eines weißen Lieferwagens steht und mit einem Gegenstand in Richtung eines Polizisten zielt. Dabei gestikuliert er, als würde er schießen und ruft "Töte mich!" sowie "Schieß mir in den Kopf!". Mit gezückter Waffe nähert sich der Polizist langsam dem Angreifer und fordert ihn wiederholt auf, sich hinzulegen. Schüsse fallen in dem Video nicht. Die Polizei bestätigte zunächst nicht, dass Minassian in dem Video zu sehen sei.

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Polizeichef Saunders lobte den Beamten, der Minassian überwältigt hatte. "Durch sein Training hat der Polizist fantastische Arbeit geleistet", zitierte der US-Sender CNN Saunders. Bei der Festnahme habe der Polizist die Lage schnell begriffen und so eine "friedliche Lösung" erreicht. "Die Polizisten hier lernen, so wenig Gewalt wie möglich anzuwenden." Saunders zufolge hatte der Angreifer keine Schusswaffe bei sich. Welchen Gegenstadt er bei seiner Festnahme in der Hand hielt, werde noch untersucht.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau äußerte sich entsetzt über den "schrecklichen Vorfall" und dankte den Rettern vor Ort. Bundesaußenminister Heiko Maas sprach den Überlebenden des "schrecklichen Verbrechens" sein Beileid aus - ebenso wie die US-Regierung.

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