Über den Tellerrand

Wer will noch in Höhlen hausen und rohes Fleisch verschlingen? Der AZ-Redakteur Michael Heinrich über die Eroberung des Mars.  
| Michael Heinrich
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Es steckt einfach im Menschen drin. Neugierig sein. Neues Terrain erobern. Sich ausbreiten. Das begann bereits vor rund 120000 Jahren. Damals machte sich eine neue, in Afrika entstandene Spezies auf, den Heimatkontinent zu verlassen. Die Wanderung der frühen Menschen nach Europa führte in völlig unbekanntes Gebiet. Anderes Klima, andere Lebensbedingungen konnten den Homo sapiens nicht schrecken.

Und auch nicht vor 1000 Jahren den Isländer Leif Eriksson, den Entdecker Amerikas. Oder Kolumbus, der vor 500 Jahren die Eroberung dieses Kontinents einleitete. Undundund. Forscherdrang und Entdeckungsgeist sind die zwei wichtigsten Triebfedern für die Entwicklung des Menschen. Ohne sie würden wir noch in afrikanischen Höhlen hausen und rohes Fleisch verschlingen. Ja, denn auch die Nutzbarmachung des Feuers entsprang der Neugier unserer Vorfahren.

Und deswegen gibt es auch allen Grund, sich über die geglückte Marsrover-Mission zu freuen. Und es braucht auch nicht buchhalterisch gefragt zu werden, was die beginnende Eroberung des Roten Planeten bringen wird. Das wussten Kolumbus, Marco Polo und Co. vor ihren Ausfahrten auch nicht. Und schon gar nicht darf der Einwand gelten, dass man mit den 1,9 Milliarden Euro, die die Mars-Mission kostet, Sinnvolleres hätte anstellen können. Das Geld wäre weder für Schulen, noch für Arme noch für Griechenland ausgegeben worden.

 

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