Über 500 Corona-Infektionen in Deutschland

Die Zahl der Infektionen mit Sars-CoV-2 steigt hierzulande weiter. Während vielerorts Veranstaltungen abgesagt wurden, finden etwa Bundesliga-Spiele wie geplant statt.
| dpa
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An den Beratungen nimmt auch Bundesgesundheitsminister Spahn teil.
Kay Nietfeld/dpa/dpa 3 An den Beratungen nimmt auch Bundesgesundheitsminister Spahn teil.
Ein Fahrzeug des Deutschen Roten Kreuzes steht vor einem Hotel in Kirchheim unter Teck, welches zu einer Quarantänestation umgerüstet worden ist.
Tom Weller/dpa/dpa 3 Ein Fahrzeug des Deutschen Roten Kreuzes steht vor einem Hotel in Kirchheim unter Teck, welches zu einer Quarantänestation umgerüstet worden ist.
Ein medizinischer Mitarbeiter des Krankenhauses der Universität Yeungnam in Südkorea testet in einer Drive-Through-Klinik einen Autofahrer auf das Coronavirus.
Lee Sang-ho/XinHua/dpa/dpa 3 Ein medizinischer Mitarbeiter des Krankenhauses der Universität Yeungnam in Südkorea testet in einer Drive-Through-Klinik einen Autofahrer auf das Coronavirus.

Berlin - Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist in Deutschland auf über 500 gestiegen. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin mit.

Der Erreger ist inzwischen in 15 Bundesländern nachgewiesen, die meisten registrierten Fälle seit Jahresanfang gibt es in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Baden-Württemberg und Bayern. In Sachsen-Anhalt wurde bislang keine Infektion gemeldet.

Trotz der raschen Ausbreitung von Sars-CoV-2 ist Gesundheitsminister Jens Spahn gegen Reisebeschränkungen innerhalb der Europäischen Union. "Ich fände jede Maßnahme, die zur Einschränkung des Reiseverkehrs über die Grenze führt, angesichts dessen, was wir über das Virus Stand heute wissen, weiterhin nicht angemessen", sagte der CDU-Politiker vor einem EU-Sondertreffen in Brüssel. "Und wenn wir da einen Konsens hätten heute, fände ich das ein wichtiges Signal."

Auch die Mehrheit der Deutschen hält laut einer aktuellen Umfrage die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus für ausreichend. 69 Prozent der Befragten sind der Meinung, hierzulande werde genug getan, wie aus dem ZDF-Politbarometer hervorgeht. Im Februar waren es demnach noch 80 Prozent. 26 Prozent halten die Vorkehrungen hingegen für zu gering.

39 Prozent der Befragten erklärten zudem, dass sie wegen des Coronavirus Veranstaltungen mit größeren Menschenmengen meiden. 50 Prozent ändern ihr Verhalten den Angaben zufolge hingegen nicht.

Der Chef-Virologe der Berliner Charité hat sich für eine Absage von Bundesligaspielen in der besonders betroffenen Region in Nordrhein-Westfalen ausgesprochen. "Volle Stadien mit Zehntausenden von Fans - gerade in Gegenden wie dem vom Coronavirus jetzt stark betroffenen Rheinland - müssten aus medizinischer Sicht eigentlich gestoppt werden", sagte Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie der Charité, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Das Stadion von Borussia Mönchengladbach liegt keine zehn Kilometer vom Kreis Heinsberg entfernt, der bundesweit am stärksten vom Coronavirus betroffen ist. Die Behörden hatten dennoch entschieden, dass das Bundesliga-Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund am Samstag (18.30 Uhr/Sky) stattfinden kann.

Mitten im stark betroffenen Italien hat unterdessen auch der Vatikan einen ersten Coronavirus-Fall vermeldet. Wie Vatikan-Sprecher Matteo Bruni am Freitag mitteilte, stellte der ambulante Dienst des Kirchenstaates deshalb am Morgen seine Arbeit teilweise ein.

Das kleine asiatische Königreich Bhutan verbietet derweil allen ausländischen Touristen die Einreise, nachdem ein amerikanischer Tourist positiv auf das neue Coronavirus getestet worden ist. Bei ihm handelt es sich um den ersten bestätigten Fall in dem Himalaya-Land. Der Einreisestopp gelte ab sofort und für vorerst zwei Wochen, dann würde die Lage neu eingeschätzt, sagte die bhutanische Gesundheitsministerin Dechen Wangmo.

Wegen Fällen im Westjordanland hat außerdem Israel nach eigenen Angaben in Absprache mit der Palästinenserbehörde die Stadt Bethlehem komplett abgesperrt. Es ist nach Angaben des israelischen Verteidigungsministeriums nicht möglich, die Stadt zu verlassen oder zu betreten. Weltweit sind knapp 100.000 Infektionen und über 3300 Todesfälle bestätigt. Allein rund 3000 Tote gab es auf dem chinesischen Festland, wo Sars-CoV-2 erstmal nachgewiesen wurde.

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