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Trier: Amokfahrer tötet fünf Menschen - etliche Verletzte

In Trier überfährt ein Mann mit einem Auto mehrere Menschen: Fünf von ihnen sterben, darunter ein Baby. Ein Großaufgebot von Polizei und Rettungskräften ist im Einsatz. Das Motiv ist noch unklar.
| AZ/dpa
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Einsatzkräfte der Polizei nahe der Fußgängerzone in Trier.
Einsatzkräfte der Polizei nahe der Fußgängerzone in Trier. © Harald Tittel/dpa

Trier - Ein Mann hat bei einer Amokfahrt mit einem Sportgeländewagen in der Trierer Innenstadt fünf Menschen getötet, darunter ein neun Monate altes Baby. 14 Menschen erlitten teils schwere Verletzungen.

Tatverdächtiger betrunken, aber vernehmungsfähig

Die Polizei nahm unmittelbar nach der Tat einen 51-jährigen Deutschen aus dem Kreis Trier-Saarburg fest, der nach Angaben der Staatsanwaltschaft psychisch krank sein könnte. Der Tatverdächtige war betrunken, konnte aber vernommen werden. Hinweise auf einen politischen Hintergrund gab es zunächst nicht. Das Motiv des Täters ist unklar.

"Dieses Ereignis erschüttert ganz Deutschland", sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Dienstagabend in Trier. Der Täter sei gezielt vorgegangen und "Zickzacklinien" gefahren, um Leid zuzufügen. Das sei in ganz schlimmem Maße geschehen.

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Amokfahrt über mehrere Straßen dauerte vier Minuten

Zu den Opfern zählen neben dem Baby eine 73 Jahre alte Frau, eine 25-Jährige und ein 45 Jahre alter Mann aus Trier. Die Mutter des Babys liegt den Behördenangaben zufolge im Krankenhaus. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich in einer Stellungnahme tief betroffen.

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Der erste Notruf war um 13.47 Uhr eingegangen, wie Franz-Dieter Ankner, Vizepräsident des Polizeipräsidiums Trier sagte. Die Amokfahrt über mehrere Straßen dauerte vier Minuten, ehe der Tatverdächtige, der Widerstand leistete, festgenommen wurde.

Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr nahe der Trierer Fußgängerzone.
Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr nahe der Trierer Fußgängerzone. © Harald Tittel/dpa

Oberstaatsanwalt sieht Anhaltspunkte für ein psychisches Krankheitsbild

"Wir haben ein klares Bild von dem Verdächtigen", sagte Lewentz, der von einem schrecklichen Tag sprach. Ankner ergänzte, der Mann habe die vergangenen Tage in einem Auto verbracht. Laut Oberstaatsanwalt Peter Fritzen gibt es Anhaltspunkte für ein psychisches Krankheitsbild. Ein Arzt habe den Mann begutachtet, es werde vermutlich ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben. Bei dem Mann wurden 1,4 Promille Atemalkohol festgestellt.

Ermittelt werde wegen Mordes in vier Fällen und gefährlicher Körperverletzung in einer ganzen Reihe weiterer Fälle. "Wir gehen davon aus, dass er bei dem Angriff in der Innenstadt heimtückisch handelte, das Fahrzeug als Waffe benutzt hat und deshalb mit gemeingefährlichen Mitteln handelte", sagte Fritzen.

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"Die Nachrichten aus Trier machen mich sehr traurig", heißt es in einer Stellungnahme der Kanzlerin, die Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstag via Twitter veröffentlichte. "Meine Anteilnahme gilt den Angehörigen der Menschen, die so jäh und gewaltsam aus dem Leben gerissen wurden. Ich denke aber auch an diejenigen, die zum Teil schwere Verletzungen erlitten haben und wünsche ihnen viel Kraft."

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Trier: Rund 300 Einsatzkräfte eingebunden

Mitten an einem ganz normalen Tag seien Menschen aus dem Leben gerissen worden, sagte Dreyer. "Das ist einfach sehr schlimm für uns alle." Sie sei mit ihren Gedanken bei den Verletzten und Schwerverletzten und hoffe und bete, dass sie überlebten und gesundeten. Vier Menschen hätten schwere Verletzungen erlitten, fünf erhebliche Verletzungen, und sechs Menschen seien leicht verletzt worden, sagte Lewentz (SPD). Zahlreiche Menschen in der Innenstadt seien zudem traumatisiert worden.

Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz und Roger Lewentz (links, SPD), Innenminister von Rheinland-Pfalz, geben vor der Porta Nigra ein Pressestatement ab.
Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz und Roger Lewentz (links, SPD), Innenminister von Rheinland-Pfalz, geben vor der Porta Nigra ein Pressestatement ab. © Harald Tittel/dpa

Rund 300 Helfer von Feuerwehr, Rettungsdiensten und anderen Hilfsorganisationen waren im Einsatz. Dieser habe im Ablauf sehr gut funktioniert, die Opfer seien rasch versorgt worden, berichtete der Leiter der Berufsfeuerwehr Trier, Andreas Kirchartz. Die Kliniken in der Stadt hätten sofort auf Notfallbetrieb umgeschaltet, die Patienten hätten unmittelbar dorthin gebracht werden können. Lewentz sagte, dass außerdem rund 450 Polizisten im Einsatz waren.

Klöckner und Baldauf: "Wir trauern mit den Angehörigen der Toten"

Die rheinland-pfälzischen CDU-Politiker Julia Klöckner und Christian Baldauf äußerten sich schockiert und betroffen. Sie seien erschüttert über die "Amokfahrt", teilten die CDU-Landeschefin und der CDU-Landtagsfraktionschef mit. "Unsere Gedanken sind bei den Verletzten vor Ort. Wir trauern mit den Angehörigen der Toten", erklärten sie. "Wir danken den Helfern und Rettungskräften für ihre Arbeit. Jetzt gilt es die weiteren Ermittlungen abzuwarten."

Im Februar hatte im nordhessischen Volkmarsen ein 29 Jahre alter Deutscher sein Auto absichtlich in die Menge gesteuert. Dutzende Menschen wurden verletzt. 2019 hatte ein 50-Jähriger in Bottrop in der Neujahrsnacht gezielt Menschen angefahren. Er wurde in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen. In Münster war 2018 ein Mann mit seinem Campingbus in eine Gruppe gerast, es gab fünf Tote. Der Täter erschoss sich, die Ermittler gehen von einer psychischen Erkrankung aus.

Triers OB Leibe spricht von "Bild des Grauens"

Mit Einbruch der Dunkelheit stellten Bürger einige Kerzen auf. An der Porta Nigra flackern kleine Teelichter, die eine junge Frau aufgestellt hat. Sie wolle damit ihr Mitgefühl für die Betroffenen ausdrücken, sagt sie. "Es ist alles so schrecklich."

Menschen haben an der Porta Nigra Kerzen angezündet.
Menschen haben an der Porta Nigra Kerzen angezündet. © Oliver Dietze/dpa

Sichtbar erschüttert schildern Augenzeugen, wie Menschen bei dem furchtbaren Zwischenfall durch die Luft geschleudert wurden. "Es ist unfassbar. Wir sind fassungslos", sagt eine Bewohnerin eines Hauses, das an die Fußgängerzone grenzt, durch die der Täter gefahren ist. Auf den Kopfsteinpflastern sieht man einen Blutfleck, blutgetränkte Tücher. "Dass so etwas hier in Trier passieren kann, hätte ich nie gedacht", sagt sie.

Auch Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe, der von "einem Bild des Grauens" spricht, sagt: "Ich glaube, es ist der schwärzeste Tag der Stadt Trier nach dem Zweiten Weltkrieg." Ein in Trier geborener Mann habe mutmaßlich Triererinnen und Trierer getötet. Dieses Trauma werde die Stadt aufarbeiten. "Ich will wissen, warum jemand das tut", betont Leibe. "Ob ich darauf eine Antwort bekomme, weiß ich nicht."

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