Tote Deutsche auf Teneriffa: Fataler Irrtum bringt Traunsteiner in Verdacht

Der gewaltsame Tod zweier Deutscher in einer Höhle auf Teneriffa hat den Urlaub einer Familie aus Traunstein getrübt. Weil der Mann genauso heiße wie der Tatverdächtige, hätten spanische Medien ein Foto von seinem Facebook-Profil verbreitet, so die Polizei.
| AZ/dpa
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Beide als vermistt gemeldeten Deutschen wurden in der Höhle nahe der Gemeinde Adeje tot gefunden.
Andres Gutierrez/El Día/dpa Beide als vermistt gemeldeten Deutschen wurden in der Höhle nahe der Gemeinde Adeje tot gefunden.

Der gewaltsame Tod zweier Deutscher in einer Höhle auf Teneriffa hat den Urlaub einer Familie aus Traunstein getrübt. Weil der Mann genauso heiße wie der Tatverdächtige, hätten spanische Medien ein Foto von seinem Facebook-Profil verbreitet, so die Polizei.

Madrid/Santa Cruz de Tenerife - Es handelt sich um eine Verwechslung: Eine Mutter aus Deutschland und ihr zehnjähriger Sohn sind tot in einer Höhle auf der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa entdeckt worden. Der kleine Bruder des toten Jungen, ein Fünfjähriger, hatte der Polizei zuvor von einem brutalen Angriff des Vaters erzählt.

Der gewaltsame Tod zweier Deutscher in einer Höhle auf Teneriffa trübt den Urlaub einer Familie aus Traunstein. Wie eine Sprecherin des Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Donnerstag erklärte, heiße der Mann genauso wie der Tatverdächtige - und deshalb hätten spanische Medien ein Foto von seinem Facebook-Profil verbreitet. Dort sei er unter anderem auf Spanisch beschimpft worden.

Dabei stammten die umgebrachte Deutsche, ihr ebenfalls getöteter zehnjähriger Sohn und der festgenommene Ehemann aus Sachsen-Anhalt, sagte die Sprecherin weiter. Die Familie aus Traunstein sei gerade in Bayern im Osterurlaub und habe sich über die Kommentare auf ihrem Facebook-Profil gewundert.

Traunsteiner Familie denkt an rechtliche Schritte

"Wir haben nun Kontakt aufgenommen und ihnen geraten, das Profil nicht mehr öffentlich zu machen", sagte die Sprecherin. Dann kann nicht jeder alle Fotos sehen und kommentieren. Die Familie überlege, ob sie rechtlich gegen die Verbreiter ihrer Fotos vorgehen wolle. Nach Angaben der Polizei läuft das Profil der Traunsteiner sogar auf den Namen von Mann und Frau - die Namensgleichheit gebe es aber nur bei dem Mann.

Hier verwies die Sprecherin darauf, dass in Deutschland Namen von Festgenommenen in der Regel nicht veröffentlicht werden. Bei dem Familiendrama auf der kanarischen Insel steht der 43 Jahre alte Ehemann unter Verdacht, am Dienstag seine 39 Jahre alte Frau und das Kind in der Höhle zu Tode geprügelt zu haben. Der kleine Bruder des toten Jungen hatte der Polizei von einem brutalen Angriff des Vaters erzählt. Noch am Donnerstag bestritt der Verdächtige, etwas mit dem Tod seiner Frau und seines Kindes zu tun zu haben.

Auf AZ-Anfrage hatte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd bereits am Donnerstagvormittag erklärt, es gebe keine konkreten Hinweise darauf, dass es sich bei dem Tatverdächtigen um einen Traunsteiner handelt. Sollte sich in diesem Punkt neue Fakten ergeben, werde man selbstverständlich entsprechend reagieren, hieß es. 

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