Tödlicher Missbrauch: Möglicherweise mehr als zwei Täter

Eine Frau stirbt in Österreich an schweren Verletzungen. Ihr Ehemann steht unter Verdacht. Doch die Ermittlungen weiten sich aus. Wie weit reicht dieser Fall von sexueller Gewalt?
dpa |
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Noch ist das Ausmaß des Falles unklar. (Archivbild)
Noch ist das Ausmaß des Falles unklar. (Archivbild) © Albert Otti/dpa
Wels

Nach dem Tod einer sexuell missbrauchten Frau in Österreich sitzen ihr Ehemann und ein weiterer Verdächtiger in Untersuchungshaft. Doch die Ermittlungen gehen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Wels in Oberösterreich über die zwei Männer hinaus. Derzeit werde untersucht, ob es weitere Täter gab, hieß es gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. 

Der 51 Jahre alte Ehemann wird verdächtigt, seine Frau im Juni so schwer missbraucht zu haben, dass sie an ihren Verletzungen starb. Die Frau sei stark alkoholisiert gewesen, Hinweise auf Betäubungsmittel gebe es derzeit nicht, hieß es von der Justizbehörde.

Nun wurde durch einen Bericht der "Kronen Zeitung", bekannt, dass sich der Ehemann zuvor zweimal zusammen mit einem weiteren Mann an ihr vergangen haben soll. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist der zweite Verdächtige im Unterschied zum Ehemann geständig.

Führen Chatnachrichten zu weiteren Verdächtigen?

In der Nacht des tödlichen Missbrauchs sei auch die Anwesenheit eines dritten Mannes geplant gewesen, der aber dann nicht aufgetaucht sei, hieß es von der Behörde. Aus Chatnachrichten zwischen den beiden mutmaßlichen Haupttätern ergab sich der Verdacht, dass sich noch weitere Männer an der Frau vergangen haben könnten. Konkrete Hinweise liegen dazu aber noch nicht vor.

Der Ehemann steht unter dem Verdacht des Missbrauchs einer wehrlosen oder beeinträchtigten Person mit Todesfolge. Die zwei Taten des anderen Mannes sollen sich Stunden davor und zu einem früheren Zeitpunkt abgespielt haben. Er wird zwar nicht für den Tod der Frau verantwortlich gemacht, doch er steht ebenfalls unter Missbrauchsverdacht.

Auch wenn das Ausmaß dieses Falles noch unklar ist, weckt er Erinnerungen an Gisèle Pelicot. Die Französin war von ihrem damaligen Mann über knapp zehn Jahre immer wieder mit Medikamenten betäubt, missbraucht und Fremden zur Vergewaltigung angeboten worden. Ihr Ex-Mann und 50 Mitangeklagte wurden zu Haftstrafen verurteilt.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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