Tod von Familie in Istanbul – Prozess beginnt im April

Im Fall der im Türkeiurlaub vergifteten Familie aus Hamburg steht ein Prozessdatum fest. Auftakt des Verfahrens in Istanbul sei am 21. April, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Das zuständige Gericht habe die Anklageschrift angenommen. Der Vater des gestorbenen Mannes will den Prozessauftakt persönlich verfolgen, wie er der Deutschen Presse Agentur sagte.
Insgesamt müssen sich Anadolu zufolge sechs Angeklagte vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft fünf Personen bewusste fahrlässige Tötung vor, darunter sind Verantwortliche einer Schädlingsbekämpfungsfirma und der Hotelmanager. Für sie fordert die Staatsanwaltschaft Anadolu zufolge zwischen zwei Jahren und acht Monaten und mehr als 22 Jahren Haft. Für einen Hotelangestellten werden demnach bis zu 15 Jahren Haft gefordert.
Wegen Übelkeit im Krankenhaus behandelt
Vater, Mutter und die zwei kleinen Kinder aus Hamburg waren Mitte November im Istanbul-Urlaub mit Beschwerden wie Erbrechen und Übelkeit ins Krankenhaus eingeliefert worden und gestorben. Zunächst hatten die Behörden eine Lebensmittelvergiftung vermutet. Todesursache war jedoch eine Vergiftung durch ein im Hotel verwendetes Insektizid zur Schädlingsbekämpfung, wie ein Gutachten später feststellte.
Berichten zufolge hatte das Unternehmen, das die Schädlingsbekämpfung durchgeführt hatte, keine Genehmigung. Das Schicksal der Familie, die aus der Türkei stammt, hatte für große Bestürzung gesorgt.