Tauchen im Hagel - außergewöhnliches Spektakel und bizarres Schauspiel

Hagel-Tauchen, der neue Extremsport? Wohl kaum, doch außergewöhnlich ist so ein Erlebnis auch für erfahrene Taucher allemal. Ein Video von AZ-Vizechefredakteur Thomas Müller.
| Thomas Müller
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Das Wasser im Samaranger See ist so klar, dass man hier mit etwas Glück auch unter Wasser von einem Ufer bis zum anderen sehen kann.
Thomas Müller 9 Das Wasser im Samaranger See ist so klar, dass man hier mit etwas Glück auch unter Wasser von einem Ufer bis zum anderen sehen kann.
17 Meter ist der Samaranger See tief. In ihm findet man unter anderem zahlreiche riesige Baumstämme, die kreuz und quer auf dem Boden verteilt liegen.
Thomas Müller 9 17 Meter ist der Samaranger See tief. In ihm findet man unter anderem zahlreiche riesige Baumstämme, die kreuz und quer auf dem Boden verteilt liegen.
Der Samaranger See und sein Nachbar, der Fernsteinsee, sind bei Tauchern sehr beliebt.
Thomas Müller 9 Der Samaranger See und sein Nachbar, der Fernsteinsee, sind bei Tauchern sehr beliebt.
Wie auf einem Sockel steht das Gedenkkreuz für einen verstorbenen Taucher auf einem Felsen im See.
Thomas Müller 9 Wie auf einem Sockel steht das Gedenkkreuz für einen verstorbenen Taucher auf einem Felsen im See.
Wie bei einem Marterl an Land ist auch hier ein Bild mit Gedenktext an dem Kreuz angebracht.
Thomas Müller 9 Wie bei einem Marterl an Land ist auch hier ein Bild mit Gedenktext an dem Kreuz angebracht.
Bäume mit Algenbewuchs bilden die Kulisse für Tauchgänge im Samaranger See.
Thomas Müller 9 Bäume mit Algenbewuchs bilden die Kulisse für Tauchgänge im Samaranger See.
Unterwasser-Idyll: Der Samaranger See gehört zu den schönsten Bergseen in Tirol.
Thomas Müller 9 Unterwasser-Idyll: Der Samaranger See gehört zu den schönsten Bergseen in Tirol.
Hier ist offensichtlich eine Drohne abgesoffen und auf den Grund des Bergsees gesunken.
Thomas Müller 9 Hier ist offensichtlich eine Drohne abgesoffen und auf den Grund des Bergsees gesunken.
Flora und Fauna im Samaranger See.
Thomas Müller 9 Flora und Fauna im Samaranger See.

Samaranger See - Wenn man wie ich seit 38 Jahren tauchenderweise Seen und Tümpel in Oberbayern und Tirol unsicher macht, hat man schon so allerhand erlebt. Das aber, in was ich vergangene Woche hineingeraten bin, hatte ich so auch noch nicht erlebt. Ich sage nur: Hagel-Tauchen.

Ort: Samaranger See, eine gut 15 Meter tiefe smaragdgrüne, glasklare Süßwasser-Perle am Fernpass in Tirol. Für Süßwasser-Taucher ein absolutes Träumchen. Gegen 19 Uhr bin ich noch mal ins Wasser gestiegen, um einen Feierabend-Tauchgang zu genießen. Dieses absolute Gefühl des Schwebens in einem total klaren Bergsee.

Bei Gewitter im See: Eigentlich nicht empfehlenswert 

Genuss pur, sozusagen, der allerdings kurz darauf dadurch getrübt wurde, dass ein wahres Blitzlichtgewitter einsetzte. Der Blick nach oben brachte schnell Klarheit: Offenbar war ein sehr, sehr spontanes Berggewitter aufgezogen. Die Donner waren unter Wasser übrigens bestens zu hören. 

Bei Gewitter geht man nicht ins Wasser - freilich auch nicht zum Tauchen. Ist man aber tauchen und ein schnell aufgezogenes Gewitter prasselt auf den See, ist es wahrscheinlich besser, drin zu bleiben. Weil es wohl weniger gefährlich ist, als sofort rauszustiefeln und den Gewittergewalten unter den Bäumen am Ufer ausgesetzt zu sein.

Was dann folgte, war ein ohrenbetäubender, trommelnder Lärm. Wieder richtete sich mein Blick nach oben. Die Wasseroberfläche kochte regelrecht. Und bei noch genauerem Hinsehen erkannte ich viele weiße Kügelchen auf der Oberfläche schwimmen. Hagel! Für mich das Signal zum Auftauchen.

Hagel: Der See scheint zu kochen

Oben angekommen, schaltete ich geistesgegenwärtig die Kamera ein und filme ein bizarres Schauspiel. Die Hagelkörner plumpsten ins Wasser und hinterließen jeweils, jedes für sich, eine gut 40 Zentimeter hohe Fontäne - wie gesagt, der See schien zu kochen. Auch mich traf der Hagel. Nur gut, dass man als Taucher recht gut gepolstert ist.

Hagel im Samaranger See

Das Spektakel währte nicht mehr lange, das Gewitter verzog sich, der See beruhigte sich, fast so, als wäre nichts gewesen. Nur die Hagelkörner im See und am Ufer zeugten noch eine Weile davon, was hier gerade los war. Echt ein Erlebnis.

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