Taliban töten Bergsteiger am Nanga Parbat

Bluttat am Nanga Parbat: Extremisten überfallen nachts ein Basislager und erschießen elf Menschen. Die Polizei macht Jagd auf die Täter.
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In einem Basislager am Nanga Parbat wurden Bergsteiger von Taliban-Kämpfern erschossen.
dpa In einem Basislager am Nanga Parbat wurden Bergsteiger von Taliban-Kämpfern erschossen.

 

Bluttat am Nanga Parbat: Extremisten überfallen nachts ein Basislager und erschießen elf Menschen. Die Polizei macht Jagd auf die Täter.

Islamabad - Massaker im Westhimalaya: Pakistanische Taliban haben in einem Basislager am Nanga Parbat neun ausländische Bergsteiger erschossen. Die Opfer sind vier Ukrainer, drei Chinesen, ein Russe und ein Litauer. Auch ein nepalesischer Sherpa und ein pakistanischer Koch fanden den Tod. Zum Start der Trekking-Saison verschärft sich damit die Sicherheitslage im Norden Pakistans. Bislang galt die Gegend in Gilgit-Baltistan als recht sicher.

Laut der Nachrichtenagentur Xinhua drangen etwa 20 bewaffnete und mit Polizeiuniformen verkleideten Extremisten in das Lager ein. Sie weckten die Touristen auf und richteten sie mit Schüssen hin. Sicherheitskräfte sperrten nach den Morden das Gebiet ab, die Leichen wurden nach Islamabad geflogen. Das Basislager am 8126 Meter hohen Nanga Parbat ist nur zu Fuß erreichbar. Ein chinesischer Bergführer habe das Massaker überlebt, sagte Pakistans Innenminister Chaudhry Nisar. Der Mann werde von der Polizei befragt. Mit einem Hubschrauber suchte die Polizei die Gegend nach den Tätern ab, bislang vergebens.

Die Taliban bekannten sich zu der Ermordung der Bergsteiger. „Sie sind Ungläubige. Sie wollen dem Islam schaden und wir werden sie angreifen, wo immer wir können“, so ein Sprecher der schiitenfeindlichen Jundullah. Die Dachorganisation der pakistanischen Taliban teilte mit, der Überfall sei die Rache für die Tötung des Anführers Wali ur Rehman durch eine Drohne im Mai. Bislang hatten sich lediglich Sunniten und Schiiten in dem Gebiet bekämpft. „Kriminelle Übergriffe auf Touristen sind in den vergangenen Monaten nicht bekannt geworden“, heißt es in den Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes.

Mit dem Mord an den Touristen ändert sich die Sicherheitslage für Bergsteiger im Norden Pakistans. Viele Trekking-Fans reisen über Islamabad an und fahren dann in die Region. Anfang Juni beginnt die Saison für Hochtouren. Das pakistanische Parlament verurteilte den mehrfachen Mord. Die Attacke ziele darauf ab, „Pakistans Bild in der Welt zu trüben“. Erst am 5. Juni hat Ministerpräsident Nawaz Sharif die Macht übernommen. Er Pakistan auf einen streng muslimischen Kurs bringen. Das Land gilt als Rückzugsgebiet des Terrornetzwerks El-Kaida.

 

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