Täglich duschen? So viel Duschen ist gesund

Für viele gehört die tägliche Dusche zur festen Routine. Doch wie oft ist Duschen eigentlich gesund - und kann zu häufiges Waschen der Haut sogar schaden? Experten haben darauf eine klare Antwort.
von  Ina Dechant
Wenn Sie täglich duschen, sollten Sie Ihrer Haut zuliebe regelmäßig auf Seife und Duschgel verzichten.
Wenn Sie täglich duschen, sollten Sie Ihrer Haut zuliebe regelmäßig auf Seife und Duschgel verzichten. © iStock/Dmytro Buianskyi

Für manche ist es selbstverständlich, täglich zu duschen. Andere stellen sich im Sommer, wenn sie viel schwitzen, sogar mehrmals am Tag unter die Brause. Aber wie gesund ist eigentlich oftmalliges Duschen? Schadet es der Haut, wenn man zu häufig duscht? Was raten Experten? Die Antwort auf diese Fragen fällt anders aus, als viele es erwarten würden.

Zwei- bis dreimal pro Woche reicht

Duschen ist für die meisten viel mehr als nur Körperpflege: Morgens bringt es unseren Kreislauf in Schwung, im Sommer sorgt es für angenehme Abkühlung und im Winter für wohlige Wärme. Mit Wechselduschen können wir unsere Durchblutung anregen. Entspannung, eine kleine Auszeit, ein Achtsamkeitsritual - hinter der Duschwand verbirgt sich unser persönlicher Wellness-Tempel. Massagedüse, Regendusche, duftende Pflegeprodukte, stimmungsvolle Beleuchtung - all das verstärkt den Wellness-Charakter des Duschens und das Gefühl, dass wir uns Gutes tun, wenn wir unter der Brause stehen. Aus dermatologischer Sicht ist es aber eher kontraproduktiv, täglich zu duschen und den Körper einzuseifen. Experten sind sich einig: zwei- bis dreimal pro Woche reicht.

Duschgels nicht täglich verwenden

Nicht allein die Häufigkeit spielt eine Rolle, sondern auch das, was unter der Dusche auf die Haut kommt. Seifen und Duschgels lösen neben Schmutz auch hauteigene Fette und können die natürliche Schutzbarriere beeinträchtigen. Das kann die Haut austrocknen, reizen oder empfänglicher für Pilze, Krankheiten oder Keime machen. Wer ohnehin zu trockener und empfindlicher Haut oder gar zu Neurodermitis neigt, bekommt die Auswirkungen von zu häufigen Duschen und strapazierenden Pflegeprodukten besonders stark zu spüren. Neben reiner Trockenheit kann es zu Reizungen, Rötungen und Jucken kommen. Oft wird dann an der falschen Stelle nach Ursachen gesucht.

Dass zu häufiges Waschen die Kopfhaut zu immer mehr Fett- und Talgproduktion anregt, ist ein Mythos. Wie viel Talg die Kopfhaut produziert, wird vor allem von Hormonen und Veranlagung beeinflusst. Häufiges Waschen kann empfindliche Kopfhaut allerdings reizen und austrocknen. Finden Sie daher ein Shampoo und eine Waschfrequenz, die zu Ihren Haaren und Ihrer Kopfhaut passen.

Schadet tägliches Duschen der Gesundheit?

Experten sind sich zwar einig, dass zwei- bis dreimal Duschen pro Woche reicht - das bedeutet aber nicht, dass tägliches Duschen die Gesundheit ernsthaft oder nachhaltig schädigen könnte. Wenn Sie aber zu trockener Haut neigen, tun Sie gut daran, Ihre Duschfrequenz etwas zu reduzieren. Auch aus ökologischer Sicht ist das sinnvoll.

So schützen Sie Ihre Haut

Das Hauptproblem am Duschen sind zweifelsohne die Pflegeprodukte. Eine Nebenrolle spielen aber auch die Dauer und die Wassertemperatur. Sehr heißes Wasser belastet die Haut stärker. 15 Minuten unter der dampfenden Brause schädigt die Schutzbarriere der Haut (und die Umwelt) deutlich mehr als ein kurzer Sprung unter lauwarmes Wasser.

Duschen kann durch schonende Pflegemittel deutlich hautverträglicher ausfallen. PH-neutrale oder parfümfreie Produkte greifen die Schutzbarriere der Haut weniger an. Vor allem der empfindliche Intimbereich sollte nicht mit aggressiven Seifen gereinigt werden, sondern nur mit milden Lotionen oder mit klarem Wasser.

Wer nicht täglich duscht, muss deshalb keineswegs auf Körperhygiene verzichten. Bereiche, in denen sich Schweiß und Gerüche besonders schnell bemerkbar machen, kann man gezielt mit klarem Wasser, einem Waschlappen und bei Bedarf etwas Seife reinigen. Achselhöhlen, Füße, Hautfalten und Intimbereich sollten bei dieser täglichen "Katzenwäsche" berücksichtigt werden.

Wenn Sie das tägliche Duschritual einfach brauchen, um Ihre Lebensgeister zu wecken oder nach einem langen Arbeitstag zu entspannen, dann müssen Sie nicht unbedingt darauf verzichten. Lassen Sie einfach jedes zweite Mal Duschgel und Shampoo weg - das ist wesentlich schonender für Ihre Haut und bringt trotzdem den gewünschten Entspannungs- und Belebungseffekt.

Rückstände von Sonnencreme, Make-up, Mücken-Repellent und anderen Pflegeprodukten lassen sich meist nur mit Seife lösen und sollten auch nicht über mehrere Tage hinweg auf der Haut verbleiben. Auch Chlor und Meersalz sollten gründlich von der Haut entfernt werden, da sie die Haut ansonsten austrocknen - mehr als Seife.

So Duschen Sie gesünder

Wann wird am besten wie geduscht? Eine warme Dusche empfinden viele abends als angenehm und entspannend. Kühles Wasser hingegen erfrischt und macht munter, weshalb es sich perfekt für den Start in den Tag eignet. Wechselduschen setzen einen kräftigen Temperaturreiz und regen kurzfristig Kreislauf und Durchblutung an. Angeblich stärken sie auch das Immunsystem, was jedoch nicht eindeutig belegt ist.

Sie mögen es gern richtig heiß und bleiben schon mal länger unter dem 40 Grad warmen Wasserregen stehen? Das sollte eher die Ausnahme bleiben. Heißes Wasser greift die Haut besonders stark an. Ausgedehnte, heiße Duschen sind aber auch aus ökologischer Sicht äußerst fragwürdig - sie kosten viel Energie und Trinkwasserressourcen.

Natürlich gibt es Situationen, in denen eine ausgedehntere Dusche okay ist: Etwa, wenn Sie durchgefroren nach Hause kommen, verspannt oder erkältet sind. Der Wasserdampf befeuchtet die Atemwege und lockert den Schleim. Kochend heiß muss das Wasser aber nicht sein. Eine angenehm hohe Temperatur erfüllt denselben Zweck und strapaziert die Haut weniger.

Beim Haarewaschen laufen Shampoo und Conditioner zwangsläufig über Nacken, Rücken und Brust. Deshalb sollten Sie zuerst die Haare waschen und danach den Körper einseifen und reinigen. So lassen sich Rückstände von Haarpflegeprodukten besser entfernen. Drehen Sie das Wasser während des Einseifens ab, sparen Sie nebenbei Wasser, ohne bei der Körperpflege Abstriche zu machen.

Am Ende gibt die Haut den Takt vor

Für manche mag die Empfehlung, nur zwei- bis dreimal pro Woche zu duschen, überraschend ausfallen. Wer sich nicht vorstellen kann, ungeduscht in den Tag zu starten oder abends ins Bett zu gehen, muss keine Angst um seine Gesundheit haben. Lassen Sie am besten Ihre Haut entscheiden, wie oft Duschen für sie okay ist. Wenn sie die tägliche Dusche gut mitmacht, können Sie Ihr Ritual beibehalten.

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