Südtiroler Gemeinde macht Ernst: Durchfahrtsverbot am Grödner Joch
Südtirol kämpft schon lange gegen die Auswirkungen des motorisieren Massentourismus - besonders die Gegend ums Grödner Joch ist inzwischen nahezu Tag und Nacht betroffen und Ort von illegalen Rennen. Im Februar hatte sich ein Ausweg ergeben: Daniel Alfreider, Politiker der Südtiroler Volkspartei SVP und für Mobilität und Infrastruktur zuständiges Mitglied der Landesregierung, hatte sich beim Verkehrsministerium dafür eingesetzt, "'verkehrsberuhigte Zonen' auch außerhalb großer Zentren einrichten zu können", wie es damals bei stol.it hieß (AZ berichtete).
Nun ist es so weit: Nach einem einstimmigen Beschluss im Gemeinderat soll für fünf Monate im Jahr eine „außerstädtische verkehrsberuhigte Zone“ eingerichtet werden. Die Umsetzung der Maßnahme ist laut stol.it für den 1. September geplant. Demnach hat der Gemeinderat Wolkenstein als erster einen entsprechenden Beschluss verabschiedet, folgen sollen jetzt Corvara, St. Christina, St. Ulrich, Kastelruth und Lajen sowie Abtei, Wengen, St. Martin in Thurn und Enneberg, wie das Portal weiter ausführt.
Erster Probelauf am 1. September
Eine Durchfahrt soll dann nur noch Anwohnern oder Personen möglich sein, die beispielsweise berufliche Gründe anführen können. Der motorisierte Verkehr für alle anderen, also Pkw, Lkw und Motorräder, soll im Sommerhalbjahr von Mitte Mai bis Mitte Oktober verboten werden. Flankiert werden soll die Maßnahme mit Alternativen für die Urlauber: So sollen zusätzliche Parkplätze direkt am Joch geschaffen und zudem der Bustakt auf der betroffenen Strecke erhöht werden. Zum 1. September soll es einen ersten Probelauf geben, wie stol.it schreibt.

„Für uns als Alpenverein ist dies ein historischer Moment“, kommentierte der Präsident des Alpenvereins Südtirol, Georg Simeoni, das Vorhaben. "Seit Jahrzehnten weisen wir auf die Belastungsgrenzen der Dolomitenpässe hin. Die Einführung einer verkehrsberuhigten Zone am Grödner Joch bedeutet einen entscheidenden Fortschritt für die Erhaltung dieser einmaligen Naturlandschaft." Allerdings ist für Simoni mit der Maßnahme am Grödner Joch noch nicht Schluss: „Ziel muss es sein, diese zeitweilige Verkehrsberuhigung auszuweiten." Vermutlich werden die Maßnahmen am Grödner Joch tatsächlich bald Nachahmer finden: Auch am Sellajoch könnte es dem Bericht zufolge im kommenden Jahr einen ähnlichen Eingriff geben.
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