Südtirol-Fans aufgepasst: Dieses neue Naturerlebnis lockt genau jetzt
Neue Saison, neues Erlebnis: An Fans von Wanderungen durch eine verschneite Bergwelt richtet sich seit Kurzem eine neue grenzüberschreitende Route. Sie führt von Österreich nach Italien, quer über die Hochebene Plamort. Das Plateau ist auch bekannt für den sogenannten Alpenwall, den Valle Alpino. Er war unter dem faschistischen Diktator Benito Mussolini, dem "Duce", als Befestigungslinie angelegt worden. Noch heute ziehen Bunker und eine Panzersperre Touristen an.
Der neue Winterwanderweg gehört zum Winterwegenetz von Nauders am Reschenpass auf österreichischer Seite. Die kleine Tiroler Gemeinde auf etwa 1400 Metern Höhe preist das neue Naturerlebnis auf ihrer Internetpräsenz als "elf Kilometer abwechslungsreiche Strecke zwischen Bergkastel, der Stieralm, dem aussichtsreichen Plamort-Felsen, der Etschquelle und der gemütlichen Lärchenalm".

Dabei führe der Wanderweg "durch lichte Lärchenwälder, über weite Hochflächen und zu Hütten, die zum Aufwärmen und Genießen einladen – ideal für Familien, Genusswanderer und alle, die die winterliche Weite lieben". Start ist an der Bergstation Bergkastel, die man mit der Seilbahn erreicht. Mit Gondeln erreicht man die Station auf 2200 Metern Seehöhe. Hier gibt es auch ein Panoramarestaurant. Die Preise für eine Berg-/Talfahrt reichen von 12,50 Euro für Kinder bis zu 22 Euro für Erwachsene.

Auf dem Weg zur Etschquelle
Durch den neuen Winterwanderweg entstünden mehrere kombinierbare Rund- und Streckentouren. So schlägt die Gemeinde als Teilroute etwa die Wanderung von der Lärchenalm zur Etschquelle vor. Auf ihr erlebe man "stille Wälder, weite Wiesen und den Ursprung eines der bedeutendsten Flüsse Europas". Die Etsch ist der längste Fluss in Südtirol und der zweitlängste in Italien und fand einst Eingang in die mittlerweile verpönte, weil von den Nationalsozialisten missbrauchte erste Strophe des "Liedes der Deutschen" von Hoffmann von Fallersleben. Dort heißt es als Umriss des damaligen deutschen Sprachraums: "von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt“.

Etwas mickrig entspringt sie auf 1550 Metern Höhe. Nach etwa 415 Kilometern mündet sie südlich der Lagune von Venedig in die Adria. Die Gemeinde Nauders klassifiziert die 4,5 Kilometer lange Wanderstrecke als mittelschwierig und veranschlagt für die Tour etwa zwei Stunden. Die Strecke biete in besonderer Weise Ruhe und Entspannung.
"Stille Wälder, historische Relikte und urige Einkehrmöglichkeiten"
Etwas länger ist eine weitere empfohlene Route von Bergkastel zum Aussichtsfelsen von Plamort. Dort erlebe man "stille Wälder, historische Relikte und urige Einkehrmöglichkeiten", preist Nauders den Verlauf. Unterwegs kommt man an den Panzersperren und Bunkern vorbei und hat vom Aussichtsfelsen einen Panoramablick über den Reschensee und auf die umliegenden Dreitausender im Dreiländereck Italien, Österreich, Schweiz. Auch dieser Weg gilt als mittelschwierig, dauert knapp drei Stunden und ist 7,3 Kilometer lang. Erstmals werde damit zudem der Aussichtsfelsen am Plamort auch im Winter für Besucher zugänglich, schreibt das Portal "Bergwelten".

Alle Teilwege des neuen Winterwanderwegs sind derzeit geöffnet. Und wie kommt man hin von München aus? Mit dem Zug am einfachsten in knapp fünf Stunden über Kufstein und Landeck-Zams direkt zur Bergkastelbahn. Das Deutschlandticket gilt immerhin noch bis Kufstein. Mit dem Auto ist man - je nach Staulage - über die A95 und dann weiter Richtung Imst in gut drei Stunden da.
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