Studie: Werden jährlich 21.000 Patienten getötet?

Karl Beine, einer der deutschlandweit renommiertesten Professoren für Psychiatrie und Psychotherapie, und seine Co-Autorin behaupten in einem neuen Buch, dass in deutschen Krankenhäusern und Heimen jährlich 21.000 Patienten getötet werden.
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Wie viele Menschen werden pro Jahr in Krankenhäusern getötet? Eine Studie ermittelt eine beängstigende Zahl.
dpa Wie viele Menschen werden pro Jahr in Krankenhäusern getötet? Eine Studie ermittelt eine beängstigende Zahl.

"Tatort Krankenhaus" - so heißt das neue Buch von Karl Beine, einem der deutschlandweit renommiertesten Professoren für Psychiatrie und Psychotherapie. Darin behaupten er und seine Co-Autorin, dass in deutschen Krankenhäusern und Heimen jährlich 21.000 Patienten getötet werden.

Dass Professoren wissenschaftliche Bücher veröffentlichen, ist keine Seltenheit. Doch die neue Studie von Professor Karl Beine und seiner Co-Autorin Jeanne Turczynski hat es in sich - vor allem wegen einer Zahl: 21.000.

Laut dem Professor für Psychiatrie und Psychotherapie werden in deutschen Krankenhäusern und Heimen jedes Jahr 21.000 Patienten getötet - zumindest wenn man seiner "empirisch basierten Schätzung" Glauben schenken darf. Um auf diese Zahl zu kommen hat Beine Pfleger und Krankenhauspersonal angeschrieben und ihnen einen anonymen Fragebogen beigelegt. Darin konnten sie ankreuzen, ob sie beispielsweise schon einmal "aktiv das Leiden von Patienten beendet" haben. Hinzu kommen Beines jahrelange Erfahrungen als Chefarzt in verschiedenen Krankenhäusern. Er weiß also schon, wovon er spricht.

21.000 Opfer der Profitgier im Gesundheitssystem?

Die Patienten werden laut Beine Opfer von überfordertem Krankenhaus- oder Pflegepersonal und sind damit eine absehbare Folge der Profitgier im Gesundheitssystem. Das Autoren-Team will nach eigener Aussage auf diese Missstände hinweisen.

Der herausgebende Verlag Droemer Knaur schreibt auf seiner Homepage: "Gefahr für Leib und Leben erwächst aus diesem inhumanen System, wenn die zwischenmenschliche Beziehung von Alten und Patienten zu Schwestern, Pflegern und Ärzten zum Geschäftskontakt verkümmert. Die Kranken sind in ihrem Leben bedroht, wenn mit weniger Personal, das zunehmend unter Druck steht, immer mehr Bedürftige versorgt werden müssen. Tausende Heimbewohner und Klinikpatienten bezahlen dafür mit ihrem Leben."

Viel Lärm um Nichts?

Gewagte Thesen, die Beine in einem Interview mit der Zeit nur halbherzig verteidigt. Also alles nur Angstmache? Der Autor meint nein. Man müsse die Augen in Krankenhäusern und Pflegeheimen offen halten. Dennoch bleibt ein schaler Beigeschmack, wenn Kritik an einer Studie mit solch aufsehenerregenden Ergebnissen nur wenig entgegengesetzt wird.

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