Stimmen Sie ab: Das sind die Kandidaten für den "Vogel des Jahres"

Der Naturschutzbund Deutschland und der bayerische LBV rufen zur Abstimmung für 2027 auf. Wer zur Wahl steht und bis wann Sie mitmachen können.
Ein Kandidat für den "Vogel des Jahres 2027": ein (männlicher) Trauerschnäpper. Die Tiere sind durch den Klimawandel bedroht.
Ein Kandidat für den "Vogel des Jahres 2027": ein (männlicher) Trauerschnäpper. Die Tiere sind durch den Klimawandel bedroht. © Imago

Wer holt sich den Titel? Nein, es geht nicht um Fußball und auch nicht um das nächste Topmodel. Vielmehr ist es ein Beliebtheitswettbewerb der besonderen Art: Seit 1971 suchen der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) jedes Jahr den "Vogel des Jahres" – aktuell für 2027.

Heuer stehen fünf Kandidaten zur Wahl: der Trauerschnäpper, die Mehlschwalbe, der Kolkrabe, die Wasseramsel und der Kranich. Sie alle bringen ihre eigenen „Forderungen“ mit, die sie für den Schutz der Natur haben, wie der Nabu mitteilt. Vorjahresgewinner war das Rebhuhn. Der stark gefährdete Agrarvogel löste den Hausrotschwanz ab.

Das sind die Kandidaten

Wer macht das Rennen? Kandidat Nummer eins ist der Trauerschnäpper. Dieser gefährdete Vogel ist leicht am schwarzen "Trauergewand" zu erkennen, so der Nabu. Am ehesten trifft man ihn in schattigen Laubwäldern, baumreichen Parks und Gärten. Trauerschnäpper sind vom Klimawandel stark bedroht. Da der Frühling immer früher beginnt, kommen die kleinen Vögel mit ihrer langen Zugstrecke nicht mit.

Auch beim Jagen nach Insekten sind sie zu langsam und in ihrem afrikanischen Winterquartier dörren immer mehr die Lebensräume aus. Die "Forderung" des Trauerschnäppers lautet daher: "Mach Tempo fürs Klima!"

Wie Sie abstimmen können

Wer einen der Kandidaten besonders unterstützen möchte, kann unter www.vogeldesjahres.de sogar ein eigenes Team gründen: Alles, was dafür benötigt wird, sind ein Team-Name, der Name des Gründers und eine E-Mail-Adresse. Dann bekommt man eine persönliche URL, über die für das eigene Team abgestimmt werden kann. Die drei mit den meisten Stimmen dürfen sich über besondere Preise freuen.

Wem das zu kompliziert ist, der stimmt einfach so auf der Webseite für seinen Favoriten ab. Das geht noch bis zum 15. Oktober, 11 Uhr.

Kandidatin 2: Die Mehlschwalbe

Die Mehlschwalbe.
Die Mehlschwalbe. © Imago

Eine Titelanwärterin für den "Vogel des Jahres" ist die Mehlschwalbe. Die "gesellige Flugakrobatin kündigt mit ihren Flugkünsten und übermütigen Pirouetten am Himmel heitere Sommertage an", so der Nabu.

Der Zugvogel steht jedoch inzwischen bei seiner Rückkehr oftmals vor verschlossenen Türen. Netze und Stacheln verhindern das Brüten, Asphalt verhindert Lehmpfützen. Das Material benötigen die Tiere für ihre Nester. Daher hofft die Mehlschwalbe künftig auf "bessere Nachbarschaft".

Kandidat 3: Der Kolkrabe

Der Kolkrabe.
Der Kolkrabe. © Imago

Gestatten: der Kolkrabe. Die Vögel gelten als äußerst intelligent und lernfähig. Sie sind die größten Singvögel und sehr soziale Wesen. Um ihren Nachwuchs kümmern sich die schwarzen Tiere – entgegen anderslautenden Sprichwörtern – übrigens sehr fürsorglich.

Vor Kurzem war der Kolkrabe noch fast ausgerottet, teilt der Nabu mit. Und auch heute finden sich Menschen, die fordern, die Tiere abzuschießen. Um dem entgegenzuwirken, ist er ein Kandidat für den "Vogel des Jahres".

Kandidatin 4: Die Wasseramsel

Die Wasseramsel.
Die Wasseramsel. © Imago

Auch die Wasseramsel will "Vogel des Jahres" werden. Wie der Name vermuten lässt, findet man sie in der Nähe eiskalter Stromschnellen. Sie kann tauchen, schwimmen und sogar unter Wasser laufen – Flügel, die wie Flossen wirken, und eine "biologische Taucherbrille" machen es möglich.

Jedoch: Auch der Lebensraum der Wasseramsel ist bedroht. Bäche und Flüsse werden verschmutzt, Ufer verbaut, Insekten sind nicht zu finden. Die "Forderung" der Wasseramsel: Klarer Bach, klarer Fall!

Kandidat 5: Der Kranich

Der Kranich.
Der Kranich. © Imago

Der Kranich ist der fünfte Kandidat für den "Vogel des Jahres". Sein Markenzeichen ist ein freudiges Trompeten, bekannt ist auch die Flugformation der Tiere als ein großes "V". Man findet sie an Seen, Mooren, Sümpfen und Flussauen. Dort brütet der Kranich in einem Bodennest.

Noch findet er genügend Schutz, dennoch versiegen die blauen Lebensadern. Intensive Landnutzung hinterlässt staubtrockene Böden, was Moore trockenlegt und Flüsse schrumpfen lässt. Der Kranich hofft deswegen auf "allzeit nasse Füße".

merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.