Sommersonnenwende: So unterschiedlich feiert die Welt den längsten Tag

Wenn in manchen Teilen der Welt die Sonne nicht mehr untergeht, ist Sommersonnenwende. In vielen Ländern wird dieser Tag traditionell gefeiert. Aber welche Bräuche und Traditionen gibt es überhaupt?
| Sven Geißelhardt
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In vielen Ländern wird die Sommersonnenwende als Großereignis gefeiert.
dpa In vielen Ländern wird die Sommersonnenwende als Großereignis gefeiert.

Der 21. Juni 2018 ist der längste Tag des Jahres. Die Sommersonnenwende, oder auch Mittsommer genannt, wird in vielen Teilen der Erde traditionell gefeiert. Essen, trinken und tanzen ist auf fast jeder Feier angesagt. Aber natürlich gibt es in den verschiedenen Ländern auch Unterschiede.

Sommersonnenwende in Deutschland

Die meisten Feierlichkeiten in Deutschland finden in der Johannisnacht, dem 24. Juni, statt. Ähnlich wie in Dänemark oder Norwegen werden große Feuer zum Gedenken an Johannes, den Täufer entzündet. Mancherorts werden in dieses Feuer Strohpuppen und Strohhexen geworfen. Das soll symbolisch böse Geister und Kräfte fernhalten.


Menschen stehen am 21.06.2014 vor einem Johannisfeuer auf dem Kandel bei Waldkirch (Baden-Württemberg). Foto: Patrick Seeger/dpa

Mittsommer in Schweden

Nach Weihnachten ist das Mittsommerfest für viele Schweden die wichtigste Feier des Jahres. Familien kommen zusammen, es wird gegessen, gesungen und getanzt. Die Schweden essen eingelegten Hering, junge Kartoffeln, Dill, Sauerrahm, rote Zwiebeln und trinken Bier sowie Unmengen an Schnaps.

Die Feierlichkeiten müssen laut einem Gesetz aus dem Jahre 1953 an dem Samstag gefeiert werden, der zwischen dem 20. und 26. Juni liegt. Vielerorts ist es Tradition, dass an diesem Samstag um den Mittsommerbaum, die Midsommarstång, getanzt wird. Das erinnert stark an den deutschen Brauch des Maibaumtanzes.


Wenn die Musiker Volkslieder oder etwa das Kinderlied Små grodorna (Die kleinen Frösche) anstimmen, tanzen alle mit. Foto: Isabelle Modler/dpa

"Weiße Nächte" in Russland

In der russischen Stadt St. Petersburg sind die "Weißen Nächte" ein Highlight für die Bewohner und Touristen. Da die Sonne kaum noch untergeht, wechselt die Nacht eigentlich von der Abend- zur Morgendämmerung. Ein Höhepunkt ist die Feier "Scharlachrotes Segel" am 23. Juni. Über den Fluss Newa fährt ein Schiff mit roten Segeln und wird vom Ufer aus angestrahlt.


Die Fregatte "Schtandart" segelt mit rotern Segeln vor einem Feuerwerk auf der Newa. Foto: Anatoly Maltsev/EPA/dpa

Sonnenaufgang in Stonehenge

Im britischen Stonehenge feiern jedes Jahr mehr als 10.000 Hippies und Druiden zusammen mit Touristen den Sonnenaufgang. Der Andrang ist sogar so groß, dass die Veranstaltung von der Polizei bewacht werden muss. Das Besondere an diesem Ereignis ist, dass die Besucher bis zu den Steinkreisen herantreten dürfen, was selten erlaubt ist.


Bei Sonnenaufgang feiern Menschen den Tag der Sommersonnenwende an den Steinkreisen von Stonehenge, nahe Amesbury. Foto: Ben Birchall/PA Wire/dpa

Nacktschwimmen in Australien

Im australischen Hobart steht die Welt auf dem Kopf. Statt des längsten Tag des Jahres wird hier der kürzeste Tag des Jahres gefeiert, da zu dieser Zeit in Australien Winter herrscht. Unter dem Motto "Dark Mofo Winter Festival" wird dieser Tag traditionell mit einem Nacktbad begangen.


Teilnehmer eines Nacktschwimmens anlässlich der Sonnenwende bereiten sich am 21.06.2017 in Hobart (Australien) auf den Gang ins Wasser vor. Quelle: Rob Blakers/AAP/dpa

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