So umweltschädlich ist der deutsche Lebensstil

Viele Menschen in Deutschland machen sich Gedanken, wie sie die Umwelt schützen können. Unser Konsumverhalten ist trotzdem nicht optimal, stellt das Umweltbundesamt fest.
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In Deutschland gibt es immer mehr Single-Haushalte und dementsprechen auch mehr Konsumgüter und Haushaltsgeräte. Das ist schlecht für die Umwelt.
dpa In Deutschland gibt es immer mehr Single-Haushalte und dementsprechen auch mehr Konsumgüter und Haushaltsgeräte. Das ist schlecht für die Umwelt.

Viele Menschen in Deutschland machen sich Gedanken, wie sie die Umwelt schützen können. Unser Konsumverhalten ist trotzdem nicht optimal, stellt das Umweltbundesamt fest. Das liegt auch daran, dass immer mehr Menschen alleine in größeren Wohnungen leben.

Berlin - Das Umweltbewusstsein wächst zwar, doch mit ihrem Lebensstil belasten die Deutschen Umwelt und Klima immer noch stark. Ein besonders großer Energiefresser ist nach Angaben des Umweltbundesamtes die hohe Zahl von Single-Haushalten. Inzwischen lebt in rund 40 Prozent aller Häuser und Wohnungen ein Mensch alleine. Das bedeutet oft mehr Platz für den Einzelnen, was mit mehr Aufwand für Strom und Heizung verbunden ist. Seit 2005 ist die Wohnfläche pro Kopf im Schnitt um 5,1 Quadratmeter auf 46,3 Quadratmeter im Jahr 2013 gestiegen.

Je mehr Haushalte es gibt, desto mehr Konsumgüter wie Autos, Waschmaschinen, Kühlschränke und Computer werden angeschafft. Deren Herstellung hat ebenfalls negative Folgen für Umwelt und Klima. Die einzigen Geräte, von denen heute weniger im Umlauf sind als früher sind Gefriertruhen.

Lesen Sie hier: Umweltschützer im Interview: „Ein Krieg gegen die Schöpfung“

Auch wenn Minimalismus in einigen Kreisen schick ist, gilt in Sachen Konsum insgesamt immer noch der Grundsatz "Mehr Geld, mehr Güter, mehr Energieverbrauch". Die Konsumausgaben der privaten Haushalte stiegen von rund 1,4 Milliarden Euro im Jahr 2011 auf 1,5 Milliarden Euro im Jahr 2014.

 

Immer mehr Autos in Deutschland - immer mehr Fleischexporte

 

Wie aus einer am Dienstag verbreiteten Broschüre des Umweltbundesamtes weiter hervorgeht, stieg die Zahl der Autos zwischen 1995 und 2013 an - von 494 auf 537 Autos pro 1000 Einwohner. Autos, Motorräder und Mofas werden den Angaben zufolge mehr für Urlaub und Freizeit genutzt als für den Weg zur Arbeitsstelle oder zur Ausbildung. Mit 40,4 Prozent hatte der nicht-beruflich motivierte motorisierte Individualverkehr im Jahr 2012 den größten Anteil am Verkehrsaufwand. Der arbeitsbezogene Verkehr machte 36 Prozent aus.

Auch in punkto Nahrungsmitteproduktion liegt aus Sicht der Behörde noch Einiges im Argen. Der Fleischkonsum ist zwar zwischen 2000 und 2013 von 2,8 Millionen Tonnen auf 2,6 Millionen Tonnen pro Jahr gesunken. Das ist gut ist für den Klimaschutz, da beim Anbau pflanzlicher Nahrungsmittel weniger Treibhausgase ausgestoßen werden als in der Nutztierhaltung. Doch gleichzeitig stiegen die deutschen Fleischexporte von 0,8 Millionen Tonnen auf rund 3 Millionen Tonnen.

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