Skizentrum im Trentino mit flehentlicher Bitte: "Es tut wirklich weh"

Sie haben sich unendlich viel Mühe gegeben, um den Langläufern etwas bieten zu können – doch immer wieder machen rücksichtslose Menschen die Arbeit des Skizentrums in Norditalien nahe dem Gardasee zunichte.
von  Martina Scheffler
Eine Skifahrerin in der Region Folgaria. Hier gibt es Ärger um Spaziergänger auf den Loipen.
Eine Skifahrerin in der Region Folgaria. Hier gibt es Ärger um Spaziergänger auf den Loipen. © imago

Der Appell auf Facebook klingt verzweifelt: "Wir bitten Sie inständig", schreiben die Betreiber des italienischen Skizentrums Centro Fondo Alpe Coe. Das Zentrum liegt in der alpinen Region Trentino auf halbem Weg zwischen Trient und dem Gardasee.

Was sorgt dort für Missstimmung? Offenbar halten sich Spaziergänger in dem Gebiet auf etwa 1600 Metern Höhe nicht an die Regeln. Die eindringliche Forderung der Skizentrumsbetreiber: "Begeben Sie sich nicht auf Schuhen oder Schneeschuhen auf Langlaufpisten."

Das Langlaufzentrum Folgaria Alm – Coe Pass sei eines der besten Langlaufzentren des Trentino, schreibt das Urlaubsportal trentino.com. Auf den zertifizierten Rundloipen werden demnach auch nationale und internationale Wettkämpfe ausgetragen. Und jenen, die etwas professioneller unterwegs sind, kommen offenbar die einfachen Spaziergänger oder Schneeschuhwanderer in die Quere.

Verschneite Landschaft am Passo Coe.
Verschneite Landschaft am Passo Coe. © imago/Marco Simonini

"Wir haben mit der Pistenraupe Wege für Fußgänger präpariert und mit Schneeschuhen und Motorschlitten weitere Wege präpariert", beschreibt das Skizentrum seine Bemühungen, komfortable Bedingungen für die Besucher zu schaffen.

"Es tut wirklich weh"

"Bitte meiden Sie die Langlaufloipen, das sind die Spuren im Schnee", so die eindringliche Bitte des Zentrums, das danach das Problem deutlich beschreibt. "Es tut wirklich weh, den ganzen Abend lang die Loipen zu präparieren, den Langläufern Eintrittsgeld zu berechnen und dann von unhöflichen und unaufmerksamen Fußgängern überrascht zu werden, die die Loipen ruinieren und eine Gefahr für die Langläufer darstellen."

Ein Schneemobil am Ende einer Skipiste in Folgaria.
Ein Schneemobil am Ende einer Skipiste in Folgaria. © imago

Fast schon flehentlich endet der Eintrag: "BITTE!!!" Fast 300 Likes erhielt das Skizentrum für seinen Aufruf – und Tipps, wie dem Problem zu begegnen sei. "Die Staatspolizei, die im Pistenrettungsdienst eingesetzt ist, sollte mindestens einmal morgens und einmal nachmittags mit dem Schneemobil eine Runde auf den Loipen drehen", empfiehlt ein Nutzer, "man muss etwas unternehmen, sonst wird früher oder später etwas Unangenehmes passieren", kommentiert ein anderer.

"Die Menschen werden immer unhöflicher"

Ein weiterer Besucher der Seite stellt einen Zusammenhang mit der Pandemie her: "Leider gibt es seit Covid einen regelrechten Ansturm von Touristen, die mit den Bergen nichts zu tun haben. Man muss sich nur ansehen, wie viel Müll im Wald liegt", heißt es da.

Ein anderer verteidigt die Spaziergänger: "Manchmal weiß man es nicht ... oder es ist einfach nur Unaufmerksamkeit ... nicht alle sind Experten ..." An anderer Stelle heißt es: "Wie traurig." Und: "Die Menschen werden immer unhöflicher."

Schneeschuhwanderin in den Allgäuer Alpen. Auch im Allgäu gab es Ärger um mutwillig zerstörte Loipen.
Schneeschuhwanderin in den Allgäuer Alpen. Auch im Allgäu gab es Ärger um mutwillig zerstörte Loipen. © imago/imageBROKER/Uwe Moser

Mit dem Problem steht das Skizentrum nicht allein da. Auch in anderen Wintersportregionen kennt man unbeabsichtigt oder mutwillig zertrampelte Loipen. Vor zwei Jahren etwa gab es Ärger im Allgäu, erst vor wenigen Tagen im Thüringer Wald, im Böhmerwald in Oberösterreich regte man sich 2024 darüber auf, dass fast täglich Fußgänger auf den Loipen unterwegs seien und damit sich und andere in Gefahr brächten.

Und vor wenigen Tagen wurden in der Oberpfalz Loipen durch ein Fahrzeug beschädigt. "Unhöfliche" Menschen scheint es also nicht nur im Trentino zu geben.

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