Sexueller Missbrauch an vier Töchtern

Über Jahre nutzte ein Mann in Dithmarschen seine Macht als Vater aus, um bei den Töchtern seine sexuellen Wünsche durchzusetzen. Die Großfamilie ist heute zerstört. Der Vater muss für viele Jahre ins Gefängnis.
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Medienvertreter filmen und fotografieren am 27.08.2012 im Landgericht Itzehoe das Gericht vor der ersten Urteilsverkündung.
dpa Medienvertreter filmen und fotografieren am 27.08.2012 im Landgericht Itzehoe das Gericht vor der ersten Urteilsverkündung.

Itzehoe – Wegen sexuellen Missbrauchs seiner Töchter hat das Landgericht Itzehoe einen 49 Jahre alten Gebäudereiniger zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt. Der zehnfache Vater hatte gestanden, sich über Jahre an vier seiner Töchter vergangen zu haben. Anfangs hatten nur drei der Kinder gegen ihren Vater ausgesagt. Nachdem das Landgericht Itzehoe (Schleswig-Holstein) den Angeklagten dafür im vergangenen August zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt hatte, beschuldigte ihn nun auch eine vierte Tochter.

Das Landgericht musste jetzt aus den Einzelstrafen der beiden Prozesse eine neue Gesamtstrafe bilden. Das Urteil am Donnerstag sei so ausgefallen, als hätte die heute 21-Jährige bereits im ersten Verfahren ihre Aussagen gemacht, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Der Angeklagte nahm das Urteil sofort an. Damit ist es rechtskräftig.

Das Martyrium der vier Schwestern begann im März 2005. Zwölf Jahre alt war seine vierte Tochter damals, als der Vater ihre Geschwister aus dem Zimmer schickte, um sich an dem Mädchen zu vergehen. „Regelmäßig bis September 2006 habe er das Kind als Sex-Objekt benutzt“, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung.

60 Mal musste das Mädchen die sexuellen Wünsche des Vaters befriedigen, stellte das Gericht fest. Danach wandte sich der Angeklagte seinen jüngeren Töchtern zu: Drei, acht und elf Jahre alt waren die Mädchen, als der Vater begann, sich an ihnen zu vergehen. Der Gebäudereiniger hatte seine Töchter mit Drohungen gefügig gemacht, damit sie die Übergriffe erduldeten.

Warum der Vater beim ersten Prozess vor einem Jahr noch keinen „reinen Tisch“ gemacht hatte? Er habe den Missbrauch der vierten Tochter nicht erwähnt, weil er wohl hoffte, dass die Sache nicht ans Tageslicht kommt, sagte sein Verteidiger am Ende des Prozesses. Jetzt habe er die Sache endgültig zum Abschluss bringen wollen.

Der Angeklagte hatte sich nach den Plädoyers noch einmal umgedreht und Blickkontakt zu seiner Ex-Familie im Zuschauerraum gesucht. Die drehte sich jedoch sofort demonstrativ weg, mit Ausnahme der vierten Schwester. „Weißt du, dass du das Leben deiner Kinder kaputtgemacht hast?“, rief sie ihm zu. „Du kannst verrecken!“

 

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