Schlag gegen Kinderpornografie und Betrug im Darknet
Ermittler haben ein großangelegtes Betrugs-Netzwerk im Darknet mit oftmals kinderpornografischen Inhalten stillgelegt. Mehr als 373.000 Seiten wurden abgeschaltet, 440 der rund 600 Tatverdächtigen bereits identifiziert, wie das bayerische Landeskriminalamt, die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und das bayerische Justizministerium in München mitteilten. Nach dem Kopf hinter dem Ganzen werde international gefahndet: Es handele sich um einen 35-jährigen Chinesen mit Wohnsitz in der Volksrepublik.
Seit über vier Jahren hatten die bayerischen Ermittler eine Darknet-Plattform im Visier, auf der in letztlich betrügerischer Absicht vorrangig Abbildungen schwerer sexualisierter Gewalt gegen Kinder angepriesen wurden, um Interessierte zum Kauf weiterer Fotos und Videos zu animieren. Auch wenn diese letztlich nicht geliefert wurden: "Die Fake-Shops warben mit echtem kinderpornografischem Material", betonte Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU). "Man darf nicht vergessen: Hinter jedem Bild, hinter jedem Video steht das unfassbare Leid eines Kindes." Das Verfahren zeige auch, wie erschreckend groß die Nachfrage sei.
Ermittelt wird derzeit weltweit gegen rund 600 Nutzer, die zwischen Februar 2020 und Juli 2025 auf kinderpornografischen Plattformen Zahlungen getätigt haben. An der "Operation Alice" beteiligten sich weltweit 23 Staaten, koordiniert von Europol. In Deutschland fanden Durchsuchungen gegen 14 Verdächtige in neun Bundesländern statt (Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen) statt. Insgesamt wurden im gesamten Ermittlungskomplex Verfahren gegen 89 Beschuldigte aus Deutschland geführt.
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