Rekordhitze und El Niño verschärfen Feuerkrise in Manaus

Die brasilianische Amazonas-Metropole Manaus ist wegen zahlreicher Brände in der Region von dichtem Rauch eingehüllt. Die städtische Gesundheitsbehörde Semsa stufte die Luftqualität als sehr schlecht ein und riet dazu, Aktivitäten im Freien zu reduzieren und bei unvermeidbarer Belastung eine geeignete Maske zu tragen.
Hohe Temperaturen, geringe Luftfeuchtigkeit und die atmosphärischen Bedingungen begünstigen nach Angaben der Behörden die Ansammlung von Schadstoffpartikeln. Auch Winde können Rauch aus anderen Regionen in Richtung der Stadt tragen. Am Dienstag hatte Manaus nach Angaben des brasilianischen Wetterdienstes Inmet mit 38,6 Grad Celsius den höchsten Wert des Jahres erreicht.
Die Zahl der registrierten Brände nahm in der Region nach Angaben der Feuerwehr im September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 300 Prozent zu. Fast alle diese Brände seien demnach von Menschen verursacht. Als Ursachen nannte die Feuerwehr unter anderem die Brandrodung, weggeworfene Zigaretten und außer Kontrolle geratene kleine Feuer.
El Niño verschärft Trockenheit
Die Entwicklung fällt in eine ausgeprägte Trockenphase im Amazonasgebiet. Das brasilianische Gesundheitsministerium führt die Wetterlage auch auf das stark ausgeprägte Meeresströmungsphänomen El Niño zurück und erwartet im Norden eine verlängerte Trockenheit sowie ein erhöhtes Risiko für Brände. Seit dem 9. September gilt in Amazonas ein 120-tägiges Verbot von gezielten Bränden für die Landwirtschaft. Manaus ist ein wichtiger Ausgangspunkt für Reisen in das Amazonasgebiet und auch bei deutschen Urlaubern beliebt.