Razzia gegen mutmaßliche Waffenhändler: Zehn Festnahmen
Bei einer Razzia gegen mutmaßliche Waffen- und Drogenhändler sind in Deutschland und Spanien zehn Verdächtige festgenommen worden. Darüber informierten das Bundeskriminalamt und die Kölner Polizei einen Tag nach den Einsätzen.
Die Ermittler gehen von einem mutmaßlichen Netzwerk aus, das vorwiegend illegal produzierte Schusswaffen aus der Türkei nach Deutschland geschmuggelt haben soll. Der Vertrieb soll über türkische Cafés und Shisha-Bars im Großraum Köln abgewickelt worden sein.
Nach Angaben der Behörden waren die Durchsuchungen Teil von zwei Ermittlungsverfahren, die parallel laufen und Überschneidungen haben. Eines wird in Köln geführt, eines vom Bundeskriminalamt.
Waffen im Bettkasten
Das Kölner Verfahren hatte seinen Ursprung in einer Durchsuchung im Stadtteil Mülheim im Januar 2025. Damals fanden Ermittler zwölf halbautomatische Schusswaffen in einem Bettkasten. Es waren sogenannte Totalfälschungen - also nachgebaute Schusswaffen, die außerhalb legaler Produktionsstrukturen hergestellt wurden. Der Kauf ist verboten. "Wer so eine Schusswaffe besitzt, hat sie, um Straftaten zu begehen", sagte der Kölner Kriminaldirektor Michael Esser bei einer Pressekonferenz.
Der Fund führte die Ermittler nach und nach zu einem Café im Kölner Stadtteil Mülheim, das zentraler Treffpunkt der mutmaßlichen Bande gewesen sein soll. "Hier wurden Anbahnungs- und Verkaufsgespräche mit Kunden geführt und die Waffen schließlich an sie übergeben", so Esser. "Die Preise schätzen wir nach unseren bisherigen Ermittlungen jeweils um 3.000 Euro ein." Zudem hätten auch Cannabis und Kokain den Besitzer gewechselt. Das Café sei von der Stadt nun geschlossen worden.
In Köln richten sich die Ermittlungen gegen insgesamt 16 Beschuldigte im Alter zwischen 17 und 50 Jahren. Durchsucht worden sei in diesem Zusammenhang in Köln, Wipperfürth, Erftstadt und Sinzig. 15 Schusswaffen wurden sichergestellt, zudem 2.800 Euro Falschgeld.
Sorgen in der Bevölkerung
In Köln hatte es in den vergangenen Monaten immer wieder Schüsse auf Gebäude und auch Personen gegeben, was zu Sorgen in der Bevölkerung geführt hatte. Mit Informationen sei die Polizei zunächst zurückhaltend gewesen, um die Ermittlungen zu schützen, sagte Esser. "Es kommt einem Spagat gleich, die berechtigten Sorgen und Ängste der Bevölkerung ernst zu nehmen und gleichzeitig alles Erdenkliche zu tun, um Ermittlungen nicht zu früh offenzulegen."
Inwieweit die nun Festgenommenen und ihr mutmaßliches Waffenarsenal mit den Schüssen zu tun hatten, soll noch genau ermittelt werden. Esser sagte dazu allerdings auch: "Waffenverfügbarkeit führt auch dazu, dass Waffen eingesetzt werden."
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