Vom Hotel bis zum Notfall: Was KI Reisenden abnehmen kann

Sprachbarrieren, fehlende Orientierung und Sicherheit: Gerade für Senioren kann all das im Urlaub Hindernisse darstellen. Moderne Technik kann helfen.
Heinrich Ueberall |
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Was heißt nochmal „Zahlen, bitte“? Bei solchen Urlaubsfragen und weiteren kann Künstliche Intelligenz helfen.
Was heißt nochmal „Zahlen, bitte“? Bei solchen Urlaubsfragen und weiteren kann Künstliche Intelligenz helfen. © IMAGO/Maskot (www.imago-images.de)

Wer derzeit seinen Sommerurlaub plant, muss viele Aspekte beachten. Vor allem der Irankrieg stört den Flugverkehr und treibt die Spritpreise in die Höhe. Speziell für Senioren sind aber auch viele andere Kriterien bei den Reiseüberlegungen entscheidend: Wie sieht die gesundheitliche Versorgung vor Ort aus? Wie finde ich mich zurecht? Wie funktioniert die Kommunikation ohne Fremdsprachenkenntnisse?

Viele dieser Sorgen kann in Zukunft Künstliche Intelligenz nehmen, sagt Iris Haiderer. Die 52-jährige berät Unternehmen zur digitalen Barrierefreiheit. Die Österreicherin, die drei Jahre in München lebte, hält aber auch Workshops für Senioren zum Umgang mit KI und hat darüber einen Ratgeber geschrieben.

Iris Haiderer gibt Senioren KI-Tipps.
Iris Haiderer gibt Senioren KI-Tipps. © Iris Haiderer

"KI kann in so vielen Dingen ein Helfer sein, wie ein digitaler Reiseassistent", sagt Haiderer der AZ. "Man sollte die Menschen darauf aufmerksam machen, dass es da jetzt wirklich einfache Unterstützung gibt."

Wo soll es hingehen?

Bereits bei der Auswahl des Urlaubsorts kann die KI laut der Österreicherin helfen. So könne man sich Regionen nach den eigenen Interessen empfehlen lassen. Hotels können nach dort angebotenen Aktivitäten ausgesucht werden.

Von Zuhause aus kann ebenfalls bereits herausgefunden werden, wie die medizinische Versorgung vor Ort aussieht und ob es vielleicht auch Ärzte in der Nähe gibt, die Deutsch sprechen. "Man kann praktisch jetzt schon den ganzen Urlaub damit planen", fasst Haiderer zusammen.

KI bietet Orientierung

Vor Ort hilft die KI auch, beispielsweise bei der Orientierung. In einer fremden Stadt können KI-Navigationssysteme laut Haiderer nicht nur den schnellsten Weg zeigen, sondern auch Strecken wählen, die angenehm zu gehen sind. Für Menschen mit Seh- oder Hörschwäche lesen Apps Schilder vor oder erklären Sehenswürdigkeiten per Sprachausgabe.

Mit intelligenten Apps als Helfer funktioniert die Orientierung im Urlaub deutlich besser.
Mit intelligenten Apps als Helfer funktioniert die Orientierung im Urlaub deutlich besser. © IMAGO/Maskot (www.imago-images.de)

Hilfe beim Verstehen der Sprache

Einen wichtigen Vorteil kann die KI auch bei der Verständigung im Ausland bieten – ob im Taxi, Hotel oder beim Bestellen im Restaurant: Fremdsprachen-Assistenten bieten laut Haiderer Übersetzungen in Echtzeit. "Man hält jetzt das Handy auf die Speisekarte oder auf ein Schild und man sieht sofort die Übersetzung."

Wer wisse, dass er sich überall verständlich machen kann, traue sich wieder in ferne Länder, so die Überlegung der 52-Jährigen.

Was tun im Notfall?

Ebenfalls ein großes Hemmnis für viele Senioren: die Sorge vor einem Notfall im Urlaub. Hier können laut Haiderer moderne KI-Funktionen auf dem Handy helfen, indem sie beispielsweise Stürze erkennen oder ungewöhnliche Inaktivität bemerken. In diesen Fällen könnten die Angehörigen direkt informiert werden.

Das hätte auch den Vorteil, dass Senioren so die Selbstständigkeit erhalten bleibe, ohne dass sie sich überwacht fühlen müssten.

Die KI als digitaler Begleiter wird laut Haiderer beim Reisen in der Zukunft für alle Menschen normal werden. Die Österreicherin nutzt sie auch schon selbst, wenn sie etwa spontan mit dem Auto verreist und ein Hotel sucht. "Früher war das mühsamer und heute frage ich einfach die KI: ‘Ich bin jetzt in dieser Stadt und suche ein nettes Hotel mit einem bewachten Parkplatz. Was empfiehlst du?’"

"Informationen sollte man gegenchecken"

Bei all dem ist aber wichtig, der Künstlichen Intelligenz nicht blind zu vertrauen. Mit gesundem Menschenverstand solle man die KI nutzen. Das erklärt Haiderer auch in ihren Workshops und im KI-Ratgeber. "Wenn einem etwas komisch vorkommt, sollte man noch einmal nachfragen und die Informationen gegenchecken", so die Expertin.

Außerdem sollten die Nutzer der KI nicht mehr anvertrauen, als man einem flüchtigen Bekannten erzählen würde. "Also auf keinen Fall Passwörter, Bankdaten oder irgendwelche sensiblen Daten weitergeben", rät Haiderer.


Das Buch "KI für Senioren – Wie ChatGPT mein Leben auf den Kopf stellte (und besser machte)" von Iris Isabella Haiderer ist für 13,27 Euro über Amazon erhältlich.

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