600 Passagiere mussten in Flugzeugen in München übernachten: Jetzt kritisiert die Feuerwehr das Vorgehen scharf

Die unfreiwillige Nacht in Flugzeugen am Münchner Flughafen schlägt weiter hohe Wellen. Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft wirft dem Flughafen Versagen vor.
AZ/ dpa |
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Rund 600 Menschen saßen in den Flugzeugen fest (Illustration).
Rund 600 Menschen saßen in den Flugzeugen fest (Illustration). © Sven Hoppe/dpa/dpa-tmn

Update 26. Februar: Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG) wirft dem Flughafen München Versagen vor. Obwohl die Flughafenfeuerwehr an ihren zwei Standorten rund um die Uhr besetzt ist, wurden die Retter nicht alarmiert. Der Bundesvorsitzende Siegfried Maier sagt gegenüber "Bild": "Es ist ein Skandal, dass die Feuerwehr nicht alarmiert wurde. Es gibt ganz wenige Fälle, bei denen die Feuerwehr nicht helfen kann. Aber unseren Kameraden fällt im Notfall immer etwas ein."

Maier erklärt, dass es spezielle Rettungstreppen der Feuerwehr gebe, um Passagiere aus den Flugzeugen zu holen. Einige der rund 250 Feuerwehrleute seien zudem geschult, Notfahrten durchzuführen, sodass sie bei Bedarf auch Busse vor Ort steuern könnten. Alternativ hätten im Bedarfsfall Feuerwehrbusse angefordert werden können. "Das ist ein Versagen des Flughafens", sagt Maier laut "Bild". 

Erstmeldung 25. Februar: Nach der unfreiwilligen Übernachtung Hunderter Passagiere in Flugzeugen am Münchner Flughafen hat die Staatsanwaltschaft Landshut einen Prüfvorgang angelegt. Der Polizeibericht zum Vorfall sei am Morgen eingegangen, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde. Zum Inhalt könne er aber "angesichts der laufenden Prüfung keine Angaben machen". 

"Unbeteiligter Dritter" hatte Prüfung gefordert

Die Polizei war tätig geworden, nachdem ein "wohl unbeteiligter Dritter" eine Prüfung der Vorgänge angeregt hatte, hatte das Polizeipräsidium Oberbayern Nord mitgeteilt. Dieser Antrag sei über ein Kontaktformular beim Landeskriminalamt (LKA) in München eingegangen. Anzeigen von betroffenen Passagieren gingen nach Polizeiangaben zunächst nicht ein. Worum es in dem Antrag geht und ob etwaige Straftatbestände untersucht werden, teilte die Polizei auch auf Nachfrage nicht mit.

Die Lufthansa hatte bereits mitgeteilt, dass die Betroffenen eine finanzielle Entschädigung erhalten sollen. Fünf der sechs betroffenen Flüge zählten zur Lufthansa Group. Sowohl die Fluggesellschaft als auch der Flughafen hatten sich für die "unzumutbare Situation" entschuldigt. 

Busse fehlten

Insgesamt waren laut Flughafen in der Nacht zum Freitag vergangener Woche sechs Flüge mit rund 600 Passagieren betroffen, die bereits an Bord waren und eigentlich starten sollten. Als die Flugzeuge dann aber wegen des starken Schneefalls wider Erwarten doch nicht abheben durften, fehlten Busse, um die Fluggäste ins Flughafengebäude zurückzubringen. 

Zwischen 0.00 Uhr und 5.00 Uhr morgens gilt in München die Nachtflugregelung. Um trotzdem doch noch möglichst viele Flüge zu ermöglichen, sei in der Nacht eine Sonderfluggenehmigung eingeholt worden und Flugzeuge seien noch bis 1.00 Uhr nachts auf die Rollfelder geschickt worden. Wegen des massiven Schneefalls konnten die betroffenen sechs Flieger in dem Zeitfenster nicht abheben.

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  • FredC2 am 26.02.2026 17:04 Uhr / Bewertung:

    Ok, richtig toll war die Aktion nicht.
    Aber ich nehme an, niemand musste frieren oder hungern, und Toiletten und Strom gab es auch, vielleicht sogar Board-Kino(?)
    Im Auto kann man auch bei Winterwetter o.ä auf der Autobahn stecken bleiben, und im ICE sowieso (passiert ja regelmäßig und ganzjährig).
    Da ist es dann auch nicht immer so gemütlich.

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  • FRUSTI13 am 26.02.2026 18:11 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von FredC2

    Da finde ich eine Nacht im Auto oder ICE um einiges bequemer, als auf dieser Minibestuhlung in der Holzklasse! Im Übrigen ist es ein Unterschied ob ich mit dem Auto irgendwo auf der Autobahn oder imICE irgendwo der Pampa stehe, oder ein paar Hundert Meter vom Terminal entfernt!

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  • Dugi am 26.02.2026 20:29 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von FRUSTI13

    Dass von insgesamt 600 Passagieren keiner den Notruf gewählt hat, beweist meiner Ansicht nach, dass die Situation weit weniger dramatisch war, als sie gemacht wird.
    Die Flugzeuge hatten Strom, Licht, Wärme und teilweise wohl sogar Getränke, Decken, Verpflegung.
    Herrje, in dem gleichen Flugzeug wären die Leute ja abgeflogen und wären dann auch auf den gleichen Sitzen stundenlang gesessen.
    Außerdem sprechen wir anscheinend über eine Kernzeit zwischen wieder auf Position rollen und Aussteigen von maximal 3 Stunden. Das sollte jemand, der 10 Stunden Langstrecke vorhatte wirklich locker abkönnen.
    Unbenommen bleibt, dass die Performance vom Flughafen natürlich nicht toll war aber für Panik unter den Passagieren hat es dann anscheinend auch nicht gesorgt. Es hat auch keiner Anzeige gestellt....

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