Fahrgäste mit Axt in ICE attackiert - Prozessbeginn

Knapp ein Jahr nach einem Axtangriff in einem ICE in Niederbayern mit mehreren Verletzten hat vor dem Landgericht Regensburg der Prozess begonnen. Der Beschuldigte, ein 21 Jahre alter Syrer, machte zunächst keine Angaben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor.
Nach Überzeugung der Ermittler attackierte der Beschuldigte am 3. Juli 2025 in dem Zug während der Fahrt in der Nähe von Straßkirchen (Landkreis Straubing-Bogen) Fahrgäste mit einer Axt. Ein Passagier, der einen Notruf tätigen wollte, erlitt eine schwere Kopfverletzung, ebenso eine Mitreisende, die sich schützend vor ihren Sohn stellte. Dieser und weitere Fahrgäste überwältigten den Angreifer, der dabei auch schwer verletzt wurde.
Familie attackiert
Die bei dem Angriff verletzte Frau berichtete als erste Zeugin, wie sich die Situation in dem Zug plötzlich zuspitzte und der ihr unbekannte Mann zuschlug. Sie habe zuvor einen Fahrgast und ihren Sohn gebeten, die Polizei zu rufen. Daraufhin habe der Angreifer den Fahrgast niedergeschlagen und sei dann auf ihre Sitzgruppe zugekommen, sagte die 52-Jährige. Um mögliche Schläge gegen ihre drei Kinder abzuwehren, sei sie aufgestanden und von der Axt am Kopf getroffen worden.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte aufgrund einer psychischen Erkrankung schuldunfähig und weiterhin eine Gefahr für die Allgemeinheit ist und beantragte seine dauerhafte Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung.
Es sind sechs weitere Verhandlungstage für den Prozess angesetzt. Das Urteil könnte im Juli fallen.