Kindesmissbrauch: Drei Jahre Haft für Kabarettist Gunkl

Der als Gunkl bekannte Künstler sammelt Missbrauchsdarstellungen im Internet. Einmal verübt er selbst einen Übergriff. Mutter und Großmutter des jungen Mädchens werden ebenfalls verurteilt.
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Kabarettist Günther Paal ist in dem Prozess einer von insgesamt drei Angeklagten.
Kabarettist Günther Paal ist in dem Prozess einer von insgesamt drei Angeklagten. © Hans Klaus Techt/APA/dpa
Wien

Der österreichische Kabarettist Günther Paal ist wegen sexuellen Kindesmissbrauchs und Besitzes von Missbrauchsdarstellungen schuldig gesprochen worden. Der Richter im Landesgericht Wien verhängte eine Haftstrafe von drei Jahren. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der 64-Jährige, der unter dem Künstlernamen Gunkl bekannt ist, bekannte sich schuldig, vor einigen Jahren einen sexuellen Übergriff gegen ein Kleinkind verübt zu haben. Paal drohte in diesem Prozess eine maximale Strafe von fünf Jahren. Für sexuellen Kindesmissbrauch sind in Österreich bis zu zehn Jahre Haft nur bei Geschlechtsverkehr oder physischer Gewalt vorgesehen. Dies fand jedoch in diesem Fall nicht statt.

Mutter und Großmutter des Opfers wegen Erpressung verurteilt

Gunkl hatte in der Vergangenheit mit der Mutter und Großmutter des heute fünfjährigen Mädchens gegen Bezahlung Sex. Die beiden Masseurinnen wurden ebenfalls verurteilt - zu mehr als zwei Jahren Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie Paal erpresst hatten. Laut Anklage drohten sie dem Kabarettisten, den Missbrauch öffentlich zu machen und seine Karriere zu zerstören. Paal zahlte den Frauen mehr als 150.000 Euro.

Der aktuelle Fall weckt Erinnerungen an den österreichischen Schauspieler Florian Teichtmeister ("Die Toten von Salzburg", "Corsage"). Der Darsteller war 2023 wegen der Sammlung und Weiterbearbeitung von Zehntausenden Dateien mit Darstellungen von Kindesmissbrauch zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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