Lehrer fordern: Plattformen müssen Kinder besser schützen

Schüler sollen sich gegen Social-Media-Sog und Push-Nachrichten behaupten? Selbst für Erwachsene sei das schwer, sagt der Philologenverband. Plattformen müssten deshalb stärker reguliert werden.
dpa |
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Der Philologenverband fordert bundesweit verbindliche Regeln für private Smartphones während der Schulzeit. (Symbolbild)
Der Philologenverband fordert bundesweit verbindliche Regeln für private Smartphones während der Schulzeit. (Symbolbild) © Jens Kalaene/dpa
Berlin

Der Deutsche Philologenverband (DPhV) fordert vor den erwarteten Empfehlungen der Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" strengere Regeln für soziale Medien und Smartphones. Der Verband, der unter anderem Lehrkräfte in verschiedenen Bildungseinrichtungen vertritt, sieht dabei vor allem die Plattformanbieter in der Verantwortung. "Wenn Kindern und Jugendlichen die Selbstdisziplin zugeschrieben wird, die selbst vielen Erwachsenen fehlt, dann entlastet das genau jene Plattformanbieter, die in die Pflicht genommen werden müssen", sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Lin-Klitzing.

Für Lehrkräfte sei problematische Handynutzung längst Alltag, oft schon vor Unterrichtsbeginn, argumentiert der Verband. Sie erlebten täglich, wie Schülerinnen und Schüler gegen Chatnachrichten, Push-Mitteilungen und Videos in Endlosschleifen kämpften und sich dem oft kaum entziehen könnten, sagte Lin-Klitzing. Studien zeigten, dass inzwischen 60 Prozent ein suchtähnliches Nutzungsverhalten aufwiesen. "Wer Kinder schützen will, muss vor allem die regulieren, die von ihrer Aufmerksamkeit profitieren." 

Verband: Bildung und Schutz nicht gegeneinander ausspielen

Der Verband fordert unter anderem, suchtfördernde Mechanismen für Minderjährige abzuschalten, Altersgrenzen wirksam durchzusetzen und Anbieter stärker in die Haftung zu nehmen. Zudem spricht er sich für bundesweit einheitliche Regeln für private Smartphones an Schulen aus. Als Vorbild nennt er Schleswig-Holstein, wo für die Klassenstufen 1 bis 9 weitgehende Einschränkungen gelten. "Andere Länder sollten diesen Schritt nicht länger aufschieben", so der Verband. 

Zugleich warnt der Verband davor, Schutz und Bildung gegeneinander auszuspielen. Neben klaren Regeln brauche es mehr Medienbildung in allen Schulstufen sowie ein eigenständiges Pflichtfach Informatik. 

Die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" soll bis zum Sommer Vorschläge unter anderem zu Altersgrenzen für soziale Netzwerke und Handyregeln an Schulen vorlegen.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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