Phil Collins macht den Tarzan

Die «Tarzan»- Inszenierung bedient sich eines erfolgreichen Rezeptes: Man nehme eine große Liebe, füge einen ulkiger Freund und dekoriere das ganze mit einem starken Ensemble und eingängigen Songs - das Sahnehäubchen: Bungee-Akrobatik.
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Bleibt selten auf dem Boden: Tarzan-Darsteller mit Collins und Jane
AP Bleibt selten auf dem Boden: Tarzan-Darsteller mit Collins und Jane

Die «Tarzan»- Inszenierung bedient sich eines erfolgreichen Rezeptes: Man nehme eine große Liebe, füge einen ulkiger Freund und dekoriere das ganze mit einem starken Ensemble und eingängigen Songs - das Sahnehäubchen: Bungee-Akrobatik.

Phil Collins führte vor lauter Begeisterung einen Affentanz auf. Passend zu dem auf seinen Songs basierenden Musical «Tarzan» kam der britische Superstar nach der Deutschlandpremiere am Sonntagabend in Hamburg im breitbeinigen Gorilla-Gang auf die Bühne und begrüßte die Darsteller mit einem lauten Affengruß.

«Es war toll», lobte Collins anschließend: «Für mich wird die Show erst richtig lebendig, wenn das Publikum sie mag.» Und die rund 1900 Premierengäste mochten die Show nicht nur - sie waren begeistert von den drei Stunden Dschungel-Zauber.

Prämierter Collins-Song

Die Inszenierung beginnt mit einem lauten Knall: Ein Schiff geht vor der Küste Afrikas unter, ein Paar mit einem Baby landet an einem Strand. Als die Eltern von einem Tiger getötet werden, nimmt sich das Gorilla-Weibchen Kala des schreienden Babys an. Sie nennt den Jungen Tarzan und verspricht ihm mit dem gleichnamigen Song «Dir gehört mein Herz». Die englische Originalversion «You'll be in my heart», die Collins für den Disney-Film «Tarzan» komponierte, wurde mit einem Oscar prämiert. Tarzan wächst bei den Affen auf und gehört zur Sippe. Mit seinem besten Freund Kerk zieht er durch den Urwald, merkt aber immer wieder, dass er anders ist. Er sucht nach seinen Wurzeln und entdeckt zunächst menschliche Entdeckungen und Erfindungen wie Feuer, Speer und Fallen. Dann sieht er den ersten Artgenossen: Jane, die mit ihrem Vater und einer Expedition in den Dschungel gekommen ist. Es entspinnt sich eine Liebesgeschichte zwischen den beiden, die den zweiten Teil des Musicals dominiert und natürlich gut ausgeht.

Atemberaubende Akrobatik und Bühnenbild

Für «Tarzan» greift der Musical-Konzern Stage Entertainment auf bewährte Zutaten zurück: Eine große Liebe, ein ulkiger Freund, ein starkes Ensemble und eingängige Songs. Das Musical basiert auf den von Collins für den Disney-Zeichentrickfilm komponierten Titeln und mehreren neuen Stücken für die Bühnen-Fassung, die 2006 am Broadway in New York uraufgeführt wurde. Für die Hamburger Inszenierung, die in dem Musicaltheater Neue Flora die Show «Dirty Dancing» ablöst, wurden die Texte ins Deutsche übersetzt. Doch das eigentlich Besondere an «Tarzan» sind die atemberaubende Akrobatik und das originelle Bühnenbild: Unzählige grüne Seile hängen an den Wänden und symbolisieren den Dschungel, Lichteffekte schaffen verschiedene Umgebungen und Stimmungen. Einen Großteil der Inszenierung verbringen die 39 Darsteller in der Luft und an den Wänden - sie fliegen an grünen Bungee-Seilen durch den Saal, oft dicht über den Köpfen der Zuschauer. Collins lobte nach der Premiere vor allem Hauptdarsteller Anton Zetterholm: «Es ist sehr schwer, Tarzan zu spielen. Man muss athletisch sein, gut spielen, gut singen und gut aussehen.» All das vereint der 22-jährige Schwede, der dieses Jahr in der Sat.1-Show «Ich Tarzan, Du Jane!» gecastet wurde. Ebenso wie die 20-jährige Elisabeth Hübert, die Jane spielt. «Das etwas riskante Spiel, die beiden in einer TV Show zu casten, ist aufgegangen», sagte Collins. «Beide haben wundervoll gespielt.»

Jürgens hätte sich Akrobatik früher zugetraut

Auch Hugo Egon Balder, der die Castingshow moderiert hatte, lobte nach der Premiere die Leistung der beiden Hauptdarsteller: «Es ist beeindruckend, mit welchem Elan und welcher Professionalität sie das hier machen. Und das nach so kurzer Zeit.» Die Proben hatten erst Mitte August begonnen. Udo Jürgens, zu dessen Musik im Hamburger Operettenhaus das Musical «Ich war noch niemals in New York» läuft, gratulierte Collins und dem Ensemble persönlich zu dem Erfolg. «Mit dem Kopf nach unten tanzen und singen - das ist wahnsinnig schwer», sagte der Entertainer. «Als ich jung war, hätte ich mir das noch zugetraut - heute nicht mehr», fügte der 74-Jährige lachend hinzu. (Simone Utler, AP)

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