Ohrwurm im Kopf? Warum manche Songs einfach nicht verschwinden

Ein Refrain läuft in Dauerschleife, obwohl die Musik längst aus ist: Ohrwürmer kennen viele Menschen. Warum sich Melodien festsetzen und was helfen kann, sie wieder loszuwerden.
von  (ncz/spot)
Eingängige Melodien, auffällige Rhythmen und einprägsame Refrains machen es dem Gehirn leicht, sich Lieder zu merken.
Eingängige Melodien, auffällige Rhythmen und einprägsame Refrains machen es dem Gehirn leicht, sich Lieder zu merken. © Jovanmandic/iStock via Getty Images

Einmal gehört und schon geht die Melodie nicht mehr aus dem Kopf: Ohrwürmer können ziemlich hartnäckig sein. Oft wiederholt sich dabei immer wieder dieselbe Stelle - manchmal nur eine oder zwei Zeilen. Doch warum bleiben manche Songs hängen, während andere schnell wieder vergessen sind?

In der Forschung werden Ohrwürmer als unwillkürliches musikalisches Vorstellen beschrieben. Gemeint ist, dass eine Melodie plötzlich im Kopf auftaucht, ohne dass man bewusst an sie denken wollte. Das kann nach einem Lied im Radio passieren, aber auch durch ein Video in sozialen Medien oder eine Melodie, die nebenbei im Supermarkt läuft.

Warum bleibt ausgerechnet diese Stelle hängen?

Besonders häufig bleiben einfache, eingängige Melodien im Gedächtnis. Wiederholungen, ein auffälliger Rhythmus und ein einprägsamer Refrain machen es dem Gehirn leichter, sich eine Stelle zu merken. Auch wie oft ein Lied gehört wurde, spielt eine Rolle: Je vertrauter es ist, desto eher kann es später wieder im Kopf auftauchen.

Manchmal kennt man von einem Lied aber nur einen kleinen Ausschnitt. Dann kann es passieren, dass sich genau diese eine oder zwei Zeilen ständig wiederholen. Man erinnert sich an die Melodie, weiß aber nicht mehr, wie es danach weitergeht - oder kennt den Rest des Songs überhaupt nicht. So bleibt man gedanklich immer wieder an derselben Stelle hängen.

Ob dieses fehlende Wissen tatsächlich Ohrwürmer auslöst, ist wissenschaftlich allerdings nicht eindeutig geklärt. Auch Lieder, die man vollständig kennt, können sich im Kopf festsetzen. Entscheidend sind vermutlich mehrere Faktoren, darunter die Eingängigkeit der Melodie und wie vertraut sie einem ist.

Was passiert dabei im Gehirn?

Bei einem Ohrwurm spielt das Gehirn die Melodie gewissermaßen von selbst ab. Manchmal fühlt es sich an, als würde man das Lied innerlich mitsingen. Dabei muss die Musik nicht einmal tatsächlich zu hören sein. Das Gehirn kann sich an Klänge erinnern und sie gedanklich wiederholen.

Auslöser können ganz unterschiedlich sein: Ein Wort erinnert an einen Song, eine bestimmte Situation weckt eine Erinnerung oder eine Melodie passt gerade zur Stimmung. Manchmal scheint es aber auch keinen erkennbaren Grund zu geben.

Wie wird man einen Ohrwurm wieder los?

Wer die Melodie endlich aus dem Kopf bekommen möchte, kann versuchen, sich bewusst einer anderen Aufgabe zu widmen. Ein Gespräch, ein Rätsel oder eine Tätigkeit, die Aufmerksamkeit verlangt, können helfen, die Gedankenschleife zu unterbrechen.

Manchen hilft es auch, das Lied einmal vollständig anzuhören. Gerade wenn nur ein kurzer Ausschnitt im Kopf kreist, kann das einen Versuch wert sein. Eine Garantie gibt es dafür allerdings nicht. Auch Kaugummikauen wurde als mögliche Strategie untersucht, die wissenschaftlichen Ergebnisse dazu sind aber begrenzt.

Meist verschwinden Ohrwürmer von allein wieder. So lästig sie sein können: In der Regel sind sie völlig normal und kein Grund zur Sorge.

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