Nottötung: 13 Millionen Schweine jährlich entsorgt

Diese Zahlen dürften nicht nur Tierschützer erschrecken: In Deutschland werden jedes Jahr über 13 Millionen Schweine notgetötet und entsorgt. Die dabei eingesetzten Methoden verstoßen dabei oft gegen das Tierschutzgesetz.
| Sven Geißelhardt
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Bilder einer versteckten Kamera zeigen die Zustände in deutschen Mastbetrieben.
Animal Rights Watch Bilder einer versteckten Kamera zeigen die Zustände in deutschen Mastbetrieben.

Es sind Bilder, die einen sprachlos zurücklassen: Schweine stehen beengt in ihren kleinen Boxen. Offene Wunden werden nicht versorgt. Kranke Tiere werden zu Tode geknüppelt und entsorgt. Mit diesen drastischen Bildern aus Schweinemastbetrieben will die "Animal Rights Watch" (ARIWA) wachrütteln und aufklären.

Ein Video ihrer Recherche zeigt die Zustände, in denen Schweine in einigen Mastbetrieben gehalten werden:

Jedes Jahr werden in Deutschland 13 Millionen Schweine notgetötet

Um diese öffentlich zu machen, hat ARIWA versteckte Kameras in zwei Mastbetriebe geschmuggelt. "Entzündete Gelenke und offene Wunden, Nabelbrüche, Klauenerkrankungen sowie blutig gebissene Schwänze und Ohren sind direkte Folgen der üblichen Mastbedingungen", sagt Sandra Franz von ARIWA. Da sich kranke Tiere nicht mehr für den Verzehr eignen, werden sie notgetötet und entsorgt.

Ein Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover zeigt, dass es sich dabei nicht um Einzelfälle handelt. Deutschlandweit werden über 13 Millionen Schweine notgetötet. Die Studie zeigt auch, dass die Tiere bis zu ihrem Tod ein schmerzhaftes Leben führen müssen: "Die Ergebnisse der Untersuchungen lassen den Schluss zu, dass (zu) viele Falltiere vor dem Verenden bzw. der Tötung unnötige Schmerzen und langanhaltende Leiden zu erdulden haben und dem verborgenen Schicksal der gefallenen Tiere daher deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden muss, als es bisher der Fall ist."

Schweine in Mastbetrieben sind nicht mehr als eine Ware

Laut ARIWA wäre eine tierärztliche Behandlung in den Schweinemastbetrieben finanziell nicht rentabel. Die Tiere werden in diesem Fall rein als Ware betrachtet. "Über das Leben und Sterben dieser Tiere entscheidet allein ihr wirtschaftlicher Nutzen. Ihr millionenfaches Leid und selbst klare rechtliche Verbote spielen in der Tierindustrie keine Rolle“, sagt Sandra Franz.

Bereits 2018 waren Aufnahmen aufgetaucht, in denen Ferkel, die zu klein sind, grausam auf den Boden geschlagen werden bis sie tot sind. "Animal Rights Watch" hatte damals Anzeige erstattet. Auch im Fall der notgetöteten Tiere will die Organisation dagegen vorgehen und hat eine Petition an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner gestartet. Sie fordern eine umfassende Dokumentationspflicht und regelmäßige Kontrollen für Tierkörperbeseitigungsanlagen.

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