Notärzte kritisieren Motorrad-Vorstoß von Scheuer

Autofahrer sollen künftig ohne Prüfung leichte Motorräder fahren dürfen. Nicht nur Experten sehen den Vorstoß des Bundesverkehrsministeriums sehr kritisch.
| dpa
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Die Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands warnt vor noch mehr Motorradunfällen. Symbolbild: Lisa Ducret/Archiv
Lisa Ducret/dpa Die Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands warnt vor noch mehr Motorradunfällen. Symbolbild: Lisa Ducret/Archiv

Berlin - Notärzte warnen davor, das Fahren von leichten Motorrädern mit einem Auto-Führerschein zu erlauben. "Ich halte das für keine besonders glückliche Idee. Dadurch kann es zu noch mehr Unfällen kommen", sagte Florian Reifferscheid von der Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands (BAND).

Autofahrer seien nicht geübt darin, mit der Energie eines Motorrads umzugehen. Ein am Donnerstag bekannt gewordener Verordnungsentwurf des Bundesverkehrsministeriums sieht vor, dass Autofahrer unter bestimmten Voraussetzungen auch sogenannte Leichtkrafträder steuern dürfen.

"Jedem, der Motorrad fahren will, empfehle ich einen richtigen Motorradführerschein", sagte Reifferscheid. Man müsse lernen, wie das Motorrad bei besonderen Bedingungen wie einer nassen Fahrbahn oder bei Rollsplit reagiere. Denn das Risiko sei hoch: "Wir sehen immer wieder schwere Unfälle mit Motorrädern, weil im Gegensatz zum Auto die Knautschzone fehlt."

Der Vorstoß des Verkehrsministeriums betrifft Motorräder der Klasse A1 mit einem Hubraum von bis zu 125 Kubikzentimetern. Die Fahrer müssen mindestens 25 Jahre alt sein, seit fünf Jahren einen Führerschein der Klasse B haben und mindestens fünf 90-minütige Fahrstunden absolvieren.

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