Noch nicht in Sicherheit: Buckelwal befreit sich über Nacht selbst von Ostsee-Sandbank

Nach tagelangen Rettungsversuchen kommt der Wal vor Timmendorfer Strand frei. Unterstützt hat ihn eine von Baggern geschaffene Rinne. In Sicherheit ist das Tier aber noch nicht.
von  AZ/ dpa
Das Tier ist an der Ostseeküste vor Timmendorfer Strand nicht mehr zu sehen.
Das Tier ist an der Ostseeküste vor Timmendorfer Strand nicht mehr zu sehen. © Marcus Brandt/dpa

Der vor Timmendorfer Strand auf einer Sandbank festsitzende Buckelwal hat sich in der Nacht zum Freitag befreit. Er konnte mit Hilfe einer Rinne, die ein Schwimmbagger ausgegraben hatte, ins tiefere Wasser schwimmen, wie der Biologe Robert Marc Lehmann sagte. Lehmann war am Vortag zu dem Wal geschnorchelt und hatte versucht, ihn durch die Rinne zu leiten.

Nun komme es darauf an, dass der 12 bis 15 Meter lange Meeressäuger im offenen Wasser bleibt und möglichst in die Nordsee schwimmt. Noch sei er nicht in Sicherheit, betonte Lehmann. Seine Befreiung von der Sandbank sei bisher nicht seine Rettung, sondern nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Zu Hause sei er erst im Atlantik.

Der Buckelwal schwimmt laut Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung derzeit in der Lübecker Bucht. Er sei weiter draußen in der Bucht gesichtet worden, sagte sie.

Wal kämpfte sich durch gegrabene Rinne

Für Timmendorf am Strand an der Ostsee hat die beispiellose mehrtägige Rettungsaktion mit Baggern und Tauchern damit ein gutes Ende genommen. Der Buckelwal war Montagmorgen auf einer Sandbank entdeckt worden. Tagelang wurde versucht, das Tier zu befreien. So war etwa am Dienstag ein Rettungsversuch mit einem kleinen Saugbagger gescheitert. Am Donnerstag wurde mit einem Schwimmbagger eine Rinne ausgehoben. 

Meter um Meter hatte sich der Wal am Abend durch diese Rinne gekämpft. Auch ein größerer Bagger konnte schließlich von Land aus eingreifen, nachdem ein Damm aufgeschüttet worden war, um das schwere Gerät in Reichweite zu bringen.

Das Tier zeigte sich aktiver als in den Tagen zuvor. Die Helfer versuchten es am Abend auch mit Lärm zu animieren - durch Hupen, Trommeln oder Rufen. Auch das Tier selbst gab immer wieder lautes Brummen von sich. Am Ende hätten am Abend nur noch wenige Meter bis ins tiefere Wasser gefehlt, sagte der Bürgermeister von Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke, als die Aktion wegen der Dunkelheit abgebrochen wurde.

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