"Nicht depressiv": Lubitz-Vater gibt Pressekonferenz zum Germanwings-Absturz

Ärzte und Therapeuten haben ihm bestätigt, dass sein Sohn zum Zeitpunkt der Germanwings-Katastrophe "nicht depressiv war". Günter Lubitz erklärte sich am Freitag auf einer Pressekonferenz.
| AZ/dpa
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Günter Lubitz am Freitag in Berlin.
dpa Günter Lubitz am Freitag in Berlin.

Düsseldorf – Es muss wie ein Schlag ins Gesicht sein für die Angehörigen und Freunde der 150 Menschen, die vor genau zwei Jahren in den französischen Alpen den Tod fanden. Der Vater von Andreas Lubitz, dem Copiloten, der laut Ermittlern zweifelsfrei die Germanwings-Maschine zum Absturz brachte, zweifelt an dessen Schuld! Am Jahrestag der Katastrophe trat er am Freitag in Berlin vor die Presse.

Die Familie des Germanwings-Copiloten sieht sich zwei Jahre nach dem Absturz in einer speziellen Trauersitation. "Wir müssen damit leben, dass wir nicht nur unseren Sohn und Bruder verloren haben", sagte Günther Lubitz am Freitag in Berlin. Die Familie müsse damit leben, dass ihr Sohn schon zwei Tage nach dem Absturz als Verantwortlicher galt.

Lubitz rechtfertigte den Zeitpunkt der Pressekonferenz auf den Tag genau zwei Jahre nach dem Crash. Die Reaktionen wären die gleichen gewesen, "egal welchen Tag wir gewählt hätten". Der Familie sei es darum gegangen, Gehör zu bekommen. "Wie alle anderen Angehörigen sind wir auf der Suche nach der Wahrheit." Sein Sohn habe zum Zeitpunkt des Absturzes nicht an Depressionen gelitten.

Vater: "Er hatte keinen Grund, sich das Leben zu nehmen"

Auch im westfälischen Haltern wird am Freitag der Opfer gedacht. Unter den Toten waren 16 Schüler und zwei Lehrerinnen eines dortigen Gymnasiums. Zur Absturzzeit sind fünf Schweigeminuten geplant. Zugleich sollen die Trauerglocken aller Kirchen in Haltern läuten.

Bereits in der Einladung zu der Veranstaltung hatte Lubitz' Vater die "Annahme des dauerdepressiven Copiloten, der vorsätzlich und geplant in suizidaler Absicht das Flugzeug in den Berg gesteuert haben soll", bezweifelt. In einem Interview der Wochenzeitung "Die Zeit" sagte er: "Unser Sohn war ein sehr verantwortungsvoller Mensch. Er hatte keinen Anlass, einen Selbstmord zu planen und umzusetzen, und erst recht nicht, dabei noch 149 andere unschuldige Menschen mitzunehmen."

Die Toten kamen vor allem aus Deutschland und Spanien. Allein 65 Opfer stammten aus Nordrhein-Westfalen.

 

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