Mordversuch mit Ameisensäure - 12 Jahre Haft für 27-Jährige

Eine Frau aus Niedersachsen hat ihrem Ex-Mann Säure ins Gesicht geschüttet, um ihn zu töten. Der Mann überlebt den Angriff, erblindet aber nahezu komplett. Das Gericht schickt die Frau ins Gefängnis.
dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Eine 27-jährige Frau muss für einen Mordversuch mit Ameisensäure für zwölf Jahre in Haft. (Archivbild)
Eine 27-jährige Frau muss für einen Mordversuch mit Ameisensäure für zwölf Jahre in Haft. (Archivbild) © Julian Stratenschulte/dpa
Braunschweig

Für einen Angriff mit hochkonzentrierter Ameisensäure auf ihren Ex-Partner muss eine 27-jährige Frau aus Niedersachsen für zwölf Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Braunschweig verurteilte die Angeklagte wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit schwerer und gefährlicher Körperverletzung. Dem Opfer, das nach der Tat nahezu komplett erblindete, sprach das Gericht 250.000 Schmerzensgeld zu.

Nach Überzeugung der Strafkammer schüttete die Deutsche im November 2025 ihrem Noch-Ehemann im gemeinsamen Haus im Landkreis Wolfenbüttel hochkonzentrierte Ameisensäure ins Gesicht, um ihn zu töten. Der frühere Partner hatte sich endgültig von ihr trennen wollen und dafür die Scheidung eingeleitet. Der Mann überlebte die Attacke im Keller des gemeinsamen Hauses knapp. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, eine Revision ist möglich. (Az: 9 Ks 112 Js 6742/25 (3/26))

Opfer nach 13 Operationen weiterhin nahezu komplett blind 

Im Prozess hatte die Angeklagte den Mordversuch zurückgewiesen und von einem Kampf um die Flasche mit der Ameisensäure gesprochen, bei dem ein Unfall passiert sei. Die Beweisaufnahme und Zeugenvernehmungen ließen für die Richter nur den Schluss zu, dass die Angeklagte die Säure auf ihren Ex-Partner schüttete. Das Opfer wird nach derzeitigem Stand nach 13 Operationen nicht mehr richtig sehen und nur Hell und Dunkel unterscheiden können. 

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Fall für eine lebenslängliche Freiheitsstrafe plädiert. In Vertretung für das Opfer hatte die Nebenklage zusätzlich gefordert, die besondere Schwere der Schuld festzustellen und dem Mann 250.000 Euro Schmerzensgeld zuzusprechen. Die Verteidigung hatte Freispruch beantragt. 

Ameisensäure wird als stark riechend und stechend beschrieben und unter anderem als Desinfektionsmittel oder auch in Reinigungsmitteln verwendet. In privaten Haushalten wird die Ameisensäure häufig zum Entkalken von Waschmaschinen verwendet. Kontakt mit der Säure oder konzentrierten Dämpfen reizt die Atemwege und Augen. Sie führt auf der Haut ab einer Konzentration über 10 Prozent zu teils schweren Verätzungen und Blasen. Laut Anklage hatte die Säure eine Konzentration von 94 Prozent.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen
lädt ... nicht eingeloggt
 
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.