Zeuge: Angeklagte erkannte Fabians Leichnam zu "100 Prozent"

Im Fall Fabian war die Angeklagte zweimal am Fundort, bevor sie sich bei der Polizei meldete. So schildern es Zeugen. Der Polizei sagte sie, sie habe den Leichnam zufällig gefunden.
dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
Die Angeklagte schweigt bislang vor Gericht zu den Vorwürfen. (Archivbild)
Die Angeklagte schweigt bislang vor Gericht zu den Vorwürfen. (Archivbild) © A7120 Bernd Wüstneck/dpa
Rostock

Die wegen Mordes an dem achtjährigen Fabian angeklagte Frau ist auch nach der Schilderung eines zweiten Zeugen schon einen Tag vor dem offiziellen Fund der Kinderleiche am Fundort gewesen. Sie habe ihn am 13. Oktober 2025 abends angerufen und ihn gebeten, mit ihr zum Tümpel bei Klein Upahl zu fahren. Sie seien dann mit seinem Auto dorthin gefahren. "Dann habe ich den Jungen da halt liegen sehen", sagte der Zeuge am zwölften Verhandlungstag vor dem Landgericht Rostock.

Beide trafen gegen Mitternacht an dem Tümpel ein, den die Angeklagte laut Zeuge als "Schweinesuhle" bezeichnete. Sie habe ihn dann gebeten, er solle den Leichnam anleuchten und dann gemeint: "Das ist zu 100 Prozent Fabian." Eine emotionale Reaktion habe sie nicht gezeigt, allerdings beim Tümpel noch gesagt, dass der Leichnam gebrannt habe oder angezündet worden sei. Auf der Rückfahrt habe die Angeklagte gelacht, wobei sie ihm sagte, dass sie nicht mehr weinen könne und sich das dann oft bei ihr in Lachen umkehre.

Das glaubt uns kein Schwein

Laut dem Zeugen waren er und die Angeklagte ungefähr eine Minute an dem Tümpel, bevor sie wieder zurück in das wenige Kilometer entfernte Dorf im Landkreis Rostock fuhren, in dem beide als Nachbarn wohnten. Die Angeklagte habe noch gefragt, ob sie die Polizei informieren sollten. "Was willst Du der Polizei denn erzählen? Das glaubt uns kein Schwein", habe er daraufhin geantwortet.

Bereits vorige Woche hatte ein andere Zeuge vor der Schwurgerichtskammer ausgesagt, dass er am selben Abend nur wenige Stunden zuvor mit der Angeklagten an dem Tümpel war. Die Angeklagte selbst informierte die Polizei erst am 14. Oktober und sagte, sie habe den Leichnam des Kindes zufällig beim Spaziergehen mit dem Hund entdeckt.

Laut Staatsanwaltschaft starb der Junge am 10. Oktober. Die Anklage wirft der 30-jährigen Deutschen vor, ihn mit sechs Messerstichen getötet und dann angezündet zu haben. Die Frau, die seit 7. November 2025 in Untersuchungshaft sitzt, schweigt bislang zu den Vorwürfen. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen
lädt ... nicht eingeloggt
 
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.