Mord an Weihnachten: Polizist im Dienst getötet

Ein 27-Jähriger hat in Herborn sieben Mal auf den Familienvater eingestochen. Nun wird ihm der Prozess gemacht.
| Rosemarie Vielreicher
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Patrick S. beim Prozessauftakt in Limburg an der Lahn.
Patrick S. beim Prozessauftakt in Limburg an der Lahn.

Limburg - Auf seinen Fingern hat Patrick S. (27) die Abkürzung "ACAB" tätowiert. Es steht für "All cops are bastards" (Alle Bullen sind Schweine). Ganz offen zeigt der 27-Jährige diese Tätowierung, als er am Mittwoch im Sakko und schwarzem Polo-Shirt auf der Anklagebank in Limburg an der Lahn Platz nimmt. Er verdeckt auch sein Gesicht nicht, versucht nicht einmal, sich vor den vielen Kameras zu schützen.

Dem Mann wird vorgeworfen, den Polizisten Christoph R. († 46) am 24. Dezember 2015 im hessischen Herborn niedergestochen zu haben. Wenige Stunden vor Heiligabend verlieren dessen vier Kinder ihren Vater. Seit Mittwoch wird die tödliche Messerattacke auf den Polizeibeamten verhandelt. Der Anwalt des Angeklagten kündigte an, heute eine schriftliche Erklärung seines Mandanten verlesen zu wollen. Patrick S. ist wegen Mordes angeklagt.

Zugbegleiter will Patrick S. kontrollieren – er weigert sich

Was ihm vorgeworfen wird: Alles beginnt am 24. Dezember, wenige Stunden vor Heiligabend, mit einer Routinekontrolle in einer Regionalbahn. Der Zugbegleiter will Patrick S. kontrollieren. Der ist betrunken (1,5 Promille) und weigert sich. Daraufhin holt der Bahn-Mitarbeiter die Polizei zur Hilfe.

Christoph R. und sein Kollege (47) steigen am Bahnhof in Herborn in den Zug. Sie wollen für Ruhe sorgen. Doch die Situation eskaliert völlig: Der 27-Jährige, der bereits wegen anderer Gewaltdelikte auf Bewährung ist, stößt den 46-Jährigen Polizisten weg und rammt ihm ein Messer in den Hals und in die Schulter. Insgesamt sticht er sieben Mal zu. Christoph R. soll es noch gelungen sein, zwei Schüsse aus seiner Dienstwaffe abzugeben – Patrick S. bricht daraufhin zusammen. Der 47 Jahre alte Polizeikollege wird bei dem Einsatz ebenfalls schwer verletzt.

Lesen Sie hier: Drama von Herborn - Polizist erlitt tödlichen Stich am Hals

Er kann jedoch wenige Tage nach dem Angriff aus dem Krankenhaus entlassen werden. Als dieser dem aggressiven Angreifer noch zuruft, sein Kollege sei Vater von vier Kindern, soll der 27-Jährige ihm geantwortet haben: "Selber schuld, Ihr Arschlöcher."

Laut "Bild" hatte sich Christoph R. an diesem Tag extra für die Frühschicht einteilen lassen, um Heiligabend mit seiner Frau und den vier Kindern verbringen zu können. Mit den Familienangehörigen trauerten Anfang Januar mehr als 1.000 Menschen um Christoph R. Neben der Erklärung des Angeklagten sollen am Donnerstag der überlebende Polizist und der Zugbegleiter als Zeugen aussagen.

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