Mit Mini-Kamera zum Führerschein: Betrug auf Rekordniveau

Betrugsversuche sind in Zeiten wachsender Technik keine Seltenheit – auch nicht bei der Führerscheinprüfung. Der Tüv-Verband fordert strengere Maßnahmen gegen organisierten Betrug.
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In mehr als jedem dritten Fall kamen Gadgets wie etwa Mini-Kameras oder kleine Ohrhörer zum Einsatz. (Symbolbild)
In mehr als jedem dritten Fall kamen Gadgets wie etwa Mini-Kameras oder kleine Ohrhörer zum Einsatz. (Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa
Berlin

Versteckte Ohrhörer, Mini-Kameras oder sogar Doppelgänger: Bei der Führerscheinprüfung wird immer raffinierter betrogen. Mehr als 4.200 Täuschungsversuche (4.239) sind im vergangenen Jahr bei theoretischen Prüfungen registriert worden. Das geht aus den Daten des Tüv-Verbands hervor. Damit bleibt der Prüfungsbetrug nach starken Zuwächsen in den Vorjahren ein Problem (2023: 3.759 Fälle, 2024: 4.198).

"Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich der Prüfungsbetrug nach einem starken Anstieg in den Vorjahren auf einem hohen Niveau stabilisiert", sagte Fani Zaneta vom Tüv-Verband. Zugleich gebe es vermutlich ein großes Dunkelfeld, da nur ein Teil der Täuschungen entdeckt werde.

Hightech trifft auf alte Schule

Auffällig ist der Einsatz technischer Hilfsmittel: In mehr als jedem dritten Fall (36 Prozent) kamen etwa Mini-Kameras oder kaum sichtbare Ohrhörer zum Einsatz. Auch Doppelgänger sind keine Seltenheit: In weiteren Fällen legten sogenannte Stellvertreter die Prüfung ab. Insgesamt sei inzwischen gut jeder zweite Betrugsversuch (52 Prozent) professionell organisiert, so der Tüv-Verband.

Oftmals seien weitere Personen involviert, die den Prüfling "technisch unterstützen, aus der Ferne Lösungen übermitteln oder sich als Fahrschüler ausgeben", so Zaneta. Dafür sei auch entsprechendes technisches Know-how notwendig, um bestimmte Betrugsmaschen durchführen zu können.

In 44 Prozent der Fälle wurde den Angaben zufolge mit dem klassischen Spickzettel geschummelt. Besonders häufig betroffen ist vor allem die Pkw-Prüfung (4.052 Fälle).

Organisierter Betrug kein "Kavaliersdelikt"

Die meisten Täuschungsversuche wurden in Nordrhein-Westfalen registriert (1.378), gefolgt von Berlin (497) und Bayern (449). Die Hauptstadt verzeichnet im Bundesländervergleich den stärksten Anstieg - ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr um rund 25 Prozent. In kleineren Bundesländern lagen die Zahlen deutlich niedriger.

"Organisierter Prüfungsbetrug ist kein Kavaliersdelikt", warnte der Tüv-Verband. Wer sich den Führerschein erschleiche, dem fehlten wichtige Kenntnisse im Straßenverkehr: "Wer bei der theoretischen Fahrprüfung täuscht, bringt sich und andere in Gefahr." Der Verband fordert strengere Maßnahmen gegen organisierten Betrug.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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