Minister präsentiert Daten: Wie ging es mit dem Wal zu Ende?

Der oft "Timmy" genannte Buckelwal trug einen Sender, als er starb. Die darauf gespeicherten Daten sind nun fertig ausgewertet. Was sagen sie über die letzten Tage des Wals?
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Wie bald nach der Freisetzung der Wal starb, ist bisher unklar. (Archivbild)
Wie bald nach der Freisetzung der Wal starb, ist bisher unklar. (Archivbild) © Marcus Golejewski/dpa
Schwerin

Wie ging es nach der Freisetzung des oft "Timmy" genannten Buckelwals weiter? Wie lange bewegte sich der Wal noch, der in einer umstrittenen Aktion von der Ostseeküste zur Nordsee transportiert und kurz nach dem Aussetzen tot an der dänischen Insel Anholt angespült wurde? Es gibt viele offene Fragen. Einige könnten nun beantwortet werden: Der am Wal befestigte Sender ist fertig ausgewertet und Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) selbst will die Ergebnisse vorstellen. 

Die Senderdaten ermöglichten einen Einblick in die Bewegungen des Wals nach seiner Freisetzung am 2. Mai und lieferten wichtige Erkenntnisse für die Gesamtbewertung des Falls, kündigte das Ministerium an.

Der Tracker war an dem geschwächten und beim Transport verletzten Tier befestigt worden, kurz bevor es ins offene Meer gesetzt wurde. Der Wal hatte zuvor wochenlang vor der mecklenburgischen Insel Poel gelegen. Eine Privatinitiative transportierte ihn mit einem Lastkahn Richtung Nordsee, etwa 70 Kilometer von Skagen entfernt wurde er im Skagerrak ausgesetzt. 

Vergebliches Warten auf Daten 

Eigentlich hätten direkt nach der Freisetzung Senderdaten ans Umweltministerium geliefert werden sollen, so die Absprache. Dort wartete man aber vergeblich. Ein Zugriff wurde erst möglich, als der Wal knapp zwei Wochen später tot vor Anholt strandete und das Gerät nach Deutschland gebracht wurde.

Es gebe Probleme mit dem Sender, hatte es von der Initiative zur Begründung geheißen, warum keine Daten ans Ministerium geschickt wurden. Ortsdaten hatte das Gerät demnach nie geschickt. Experten hatten einhellig kritisiert, dass der Tracker vor dem Freisetzen nicht getestet und initialisiert wurde, obwohl das bei gängigen Wal-Satellitensendern etwa von Wildlife Computers wichtig und üblich sei.

Nach Verlautbarung der Initiative waren anfangs zumindest einige Bewegungsdaten wie Tauchtiefen erfasst worden - die allerdings auch nicht ans Ministerium geschickt wurden. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es daher nicht. Vitalzeichen im medizinischen Sinne wie Herz- oder Atemfrequenz erfasste der Sender gar nicht, dafür wäre spezielle Sensorik nötig gewesen.

Gespeicherte Daten könnten mehr Klarheit bringen

Von Trackern erfasste Positionen und Messdaten werden via Satellit - vielfach über das Argos-System - übertragen und sind für den Nutzer online einsehbar. Eine Übertragung von Daten ist nur an der Wasseroberfläche möglich, also wenn das jeweilige Tier auftaucht und die Antenne ausreichend lange aus dem Wasser ragt. Die Geräte verfügen aber auch über einen Speicher, der sich nachträglich auslesen lässt. Diese Daten wurden nun analysiert. 

Der Buckelwal - wie inzwischen klar ist: ein Weibchen - war am 3. März im Hafen von Wismar gesehen worden. Am 23. März wurde er auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand entdeckt, schwamm einige Tage später weg und strandete mehrfach erneut. Ab dem 31. März lag das schwer geschwächte Tier vor der Insel Poel, bis die Initiative - nach viel täglichem Trubel am Wal - am 28. April mit ihm Richtung Nordsee startete.

Das schon stark verweste Kadaver des Wals wurde nach der Strandung auf der dänischen Insel Anholt obduziert, zunächst ohne konkrete Ergebnisse zur Todesursache. Die Überreste des Tieres sollten in Dänemark unter anderem zu Biodiesel verwertet werden.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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