Mexiko: Soldaten und Polizisten im Hurrikan-Gebiet

An der Küste von Mexiko bereiten sich die Menschen auf das Schlimmste vor. Der stärkste Wirbelsturm seit Beginn der Aufzeichnungen dürfte meterhohe Wellen und heftigen Regen bringen.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Menschen in Mexiko versuchen ihre Häuser zu schützen.
dpa Menschen in Mexiko versuchen ihre Häuser zu schützen.

An der Küste von Mexiko bereiten sich die Menschen auf das Schlimmste vor. Der stärkste Wirbelsturm seit Beginn der Aufzeichnungen dürfte meterhohe Wellen und heftigen Regen bringen. Die Regierung ruft die Bevölkerung auf, die Gefahrenzone zu verlassen.

Manzanillo - Angesichts des schweren Hurrikans "Patricia" verlegt Mexikos Regierung viele Soldaten und Polizisten in die Gefahrenzone am Pazifik. Im Bundesstaat Jalisco im Westen des Landes werde ein Einsatzzentrum der Streitkräfte mit 2500 Soldaten eingerichtet, teilte die Nationale Sicherheitskommission am Freitag mit. Zudem werde ein Bataillon mit schwerem Gerät und Feldküchen für die Versorgung von Evakuierten in die Region geschickt. Die Bundespolizei entsandte 400 Beamte, um den Bewohnern zu helfen.

"Patricia" ist wohl der bisher schwerste Hurrikan. Der Wirbelsturm der Kategorie 5 erreichte in den Böen Windgeschwindigkeiten von bis zu 400 Kilometer pro Stunde, wie der mexikanische Wetterdienst am Freitag mitteilte. Der Leiter des Katastrophenschutzes, Luis Felipe Puente, sagte: "Hurrikan "Patricia" ist extrem gefährlich."

Der Sturm sollte am Nachmittag (Ortszeit; etwa 23 Uhr bis 1.00 Uhr MESZ in der Nacht zum Samstag) bei Playa Pérula in Jalisco auf Land treffen. Die nächste größere Stadt ist Manzanillo im Bundesstaat Colima. Die Hafenstadt sei dem größten Risiko ausgesetzt, teilte der Wetterdienst mit.

"Mexiko sieht sich einer großen Bedrohung ausgesetzt", sagte Präsident Enrique Peña Nieto. "Unsere Priorität ist es, das Leben der Mexikaner zu schützen." Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, sich in Sicherheit zu bringen. "Ein Hurrikan der Kategorie 5 kann Autos in die Luft heben und Menschen von der Straße fegen", sagte der Leiter des Wetterdienstes, Roberto Ramírez de la Parra.

Im Badeort Puerto Vallarta wurden zahlreiche Hotels evakuiert. Über 10 000 Touristen seien in Bussen in die Provinzhauptstadt Guadalajara im Landesinneren in Sicherheit gebracht worden, berichtete die Zeitung "El Universal". In den besonders gefährdeten Gebieten der Bundesstaaten Jalisco, Colima und Nayarit gingen Einsatzkräfte von Haus zu Haus und forderten die Menschen auf, in die Notunterkünfte zu gehen.

"Wir erwarten, dass "Patricia" auch an Land ein extrem gefährlicher Hurrikan der Kategorie 5 bleiben wird", teilte das US-Hurrikan-Zentrum mit. Auf der sogenannten Saffir-Simpson-Skala für Hurrikane ist das die höchste Warnstufe. Nach Einschätzung einiger Experten sei "Patricia" der bislang schwerste Hurrikan überhaupt, sagte Wetterdienstchef Ramírez. Das Nationale Hurrikan-Zentrum im US-Staat Florida bestätigte die Rekordmarke. Allerdings gehen die Aufzeichnungen für den östlichen Pazifik nur bis ins Jahr 1988 zurück. Erst dann sei die notwendige Satellitentechnik ausgereift genug gewesen, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Die mexikanische Regierung rief für die Bundesstaaten Colima, Jalisco und Nayarit an der Pazifikküste den Notstand aus. Die Flughäfen von Puerto Vallarta und Colima stellten den Betrieb ein. Die Hotels in der Region bereiteten sich am Freitag auf die Ankunft des Sturms vor. "Wir haben genug Lebensmittel für die wenigen Gäste, die nicht abreisen wollen", sagte Mily Machuca vom Hotel Velas Vallarta der dpa. Im Konferenzzentrum des Hotels wurde eine Notherberge eingerichtet.

Auch die Bewohner und Geschäftsleute der Region trafen Vorsorge und verkleideten die Fenster ihrer Häuser mit Holzplatten. Der Zivilschutzchef Puente rief die Bevölkerung auf, lose Gegenstände zu sichern, die "sich in Geschosse verwandeln könnten".

Der Wetterdienst warnte vor einem Anstieg des Wasserspiegels, der zu starken Überflutungen führen könnte. In mehreren Bundesstaaten wurde mit Niederschlägen von bis zu 500 Millimetern und bis zu acht Meter hohen Wellen gerechnet. Die Behörden warnten auch vor Erdrutschen.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren