Mexiko: Drogenkrieg als Gefahr für Touristen

Das Auswärtige Amt mahnt die Deutschen in dem mittelamerikanischen Land zu größter Vorsicht. Der Drogenkrieg mit tausenden von Toten bringt zunehmend auch Urlauber in Gefahr.
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6000 Tote im vergangenen Jahr - die meisten sind Opfer von rivalisierenden Drogenbanden in Mexiko
dpa 6000 Tote im vergangenen Jahr - die meisten sind Opfer von rivalisierenden Drogenbanden in Mexiko

MEXIKO-STADT - Das Auswärtige Amt mahnt die Deutschen in dem mittelamerikanischen Land zu größter Vorsicht. Der Drogenkrieg mit tausenden von Toten bringt zunehmend auch Urlauber in Gefahr.

Das Land lockt mit traumhaften Karibik-Stränden und den atemberaubenden Tempeln der Azteken. Auch heuer machen wieder 22 Millionen Menschen in Mexiko Urlaub, allein gut 150000 aus Deutschland. Doch die wurden jetzt vom Auswärtigen Amt in Berlin zur äußersten Wachsamkeit und Vorsicht aufgefordert. Denn in dem Land läuft die Gewaltkriminalität völlig aus dem Ruder. Allein im vergangenen Jahr gab es 6000 Tote – die meisten sind Opfer von rivalisierenden Drogenbanden.

Doch weil die Kriminellen zunehmend auch unter Touristen auf Beutezug gehen, hat das Auswärtige Amt jetzt seine Sicherheitshinweise verschärft. So sollen Reisende in Mexiko – dasselbe gilt für Guatemala, Honduras und El Salvador – im Falle eines Überfalles keinen Widerstand leisten. Die Täter würden sonst sehr schnell von ihren Waffen Gebrauch machen.

Die von den Kriminellen geforderten Wertsachen sollen widerstandslos abgegeben werden. Um die Verluste gering zu halten, sollte immer nur ein überschaubarer Geldbetrag mitgenommen werden; Schmuck, Wertsachen und Portemonnaies nicht sichtbar getragen werden.

Auch sollen, so das Auswärtige Amt, vor allem in Nicaragua und in Guatemala Spaziergänge nach Einbruch der Dunkelheit vermieden werden. In Mexiko wird von nächtlichen Busfahrten abgeraten und empfohlen, Taxis nur an offiziellen Ständen zu besteigen.

So viele Mahnungen erscheinen mehr als berechtigt – schließlich tobt in dem Land der Azteken seit Jahren ein immer heftiger werdender Bürgerkrieg. Gerade hat der Mord an 18 jungen Schustern die Welt schockiert. Die Männer hatten an ihren Werkbänken in einer kleinen Schuhfabrik in San Pedro Sula gesessen, und blaue Damenschuhe genäht, als plötzlich Bewaffnete in der Raum eindrangen und wortlos das Feuer auf die Wehrlosen eröffneten. Möglicherweise hatten die Jungen mit Rauschgift zu tun.

Denn der Krieg zwischen den zahlreichen Drogen-Banden ist die Ursache für die meisten der tausenden von Toten.  In Mexiko agieren derzeit acht Kartelle, die sich untereinander bekriegen.

Das mächtigste, das von Joaquin „El Chapo“ Guzman angeführte Pazifik-Kartell, bekriegt die Kartelle der Brüder Felix. Es bekämpft außerdem das Golf-Kartell, das seinerseits mit den „Los Zetas“ Krieg führt. Diese haben sich von ihm abgespalten, um auf eigene Rechnung zu entführen, zu erpressen und zu morden. Ein heißes Pflaster – inzwischen auch für Touristen. mh

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