Zwei Festnahmen nach Hauseinsturz mit drei Toten in Görlitz

Drei Menschen kamen Mitte Mai bei dem Einsturz eines Mehrfamilienhauses ums Leben. Nun wird unter anderem wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Und die Polizei sucht weiter Zeugen.
dpa |
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Gut drei Wochen nach dem Hauseinsturz in Görlitz dauern die Ermittlungen an. (Archivbild)
Gut drei Wochen nach dem Hauseinsturz in Görlitz dauern die Ermittlungen an. (Archivbild) © Sebastian Kahnert/dpa
Görlitz

Nach dem tödlichen Einsturz eines Hauses im sächsischen Görlitz sind zwei mutmaßliche Buntmetalldiebe festgenommen worden. Sie stehen im Verdacht, die Rohrleitungen im Gebäude beschädigt und/oder manipuliert zu haben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Sonntagabend mit. Es werde wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung ermittelt. Zuvor hatte die MDR-Sendung "Kripo live" berichtet. 

Lösten Diebe den Einsturz aus?

Bei dem Unglück waren am 18. Mai drei Menschen ums Leben gekommen. Nach aktuellem Erkenntnisstand waren die beiden Tatverdächtigen am Nachmittag des Tages im Umfeld des Hauses unterwegs und suchten nach "stehlenswertem Gut". Sie hatten es demnach unter anderem auf Fahrräder, Schrott sowie Buntmetalle abgesehen.

"In diesem Zusammenhang prüften sie an diversen Haustüren, ob sich diese öffnen ließen, um in die Hausflure beziehungsweise Keller zu gelangen", schrieben Polizei und Staatsanwaltschaft. Inzwischen sei bekannt, dass sich die beiden Männer auch Zutritt zum Haus in der James-von-Moltke-Straße 21 verschafften - das ist das am späten Nachmittag eingestürzte Gebäude. 

Was nach dem Betreten des Hauses passierte, sei Gegenstand der weiteren Ermittlungen. "Diese sind durch den Einsturz des Gebäudes und die zunächst erforderliche Beräumung des Trümmerfeldes erschwert. Bisher ist daher die Begehung der Kellerräume noch nicht möglich", hieß es.

Polizei sucht Zeugen - auch Touristen

Kai Siebenäuger, Pressesprecher der Görlitzer Polizei, sagte in der MDR-Sendung "Kripo live", bei den Verdächtigen handele sich um einen 27 Jahre alten polnischen Staatsangehörigen und einen 33-jährigen afghanischen Staatsangehörigen. Die Männer seien bereits "in anderer Sache" in Untersuchungshaft. 

Die Polizei sucht nun Zeugen, die die beiden Tatverdächtigen am 18. Mai gesehen haben. Die Ermittler haben eine Belohnung von 5.000 Euro ausgelobt. Die James-von-Moltke-Straße werde viel befahren und begangen, weil sie das Stadtzentrum von Görlitz mit den südlich gelegenen Stadtteilen verbinde, hieß es. Polizei und Staatsanwaltschaft bitten die Bevölkerung und auch Touristen um Mithilfe. Personenbeschreibungen wurden veröffentlicht.

Riesiger Trümmerberg

Bei dem Unglück am 18. Mai waren zwei Touristinnen aus Rumänien im Alter von 25 und 26 Jahren ums Leben gekommen. Zudem starb ein 48-jähriger Mann, der aus Bulgarien stammte und auch die deutsche Staatsbürgerschaft besaß. Hunderte Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, Polizei und Rettungshundestaffeln suchten tagelang nach den drei Vermissten. Zum Teil arbeiteten sie sich mit Schaufeln und bloßen Händen durch den Trümmerberg.

Bisher war vermutet worden, das eine Gasexplosion das Unglück verursacht hat. Die Ermittler schreiben nun zum Tatvorwurf "Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion": Das Wort Sprengstoff sei nur beispielhaft genannt. Zur Erfüllung des Tatbestandes reiche jede plötzliche Ausdehnung von Gasen oder Dämpfen aus, die eine plötzliche Kraftentfaltung bewirkt. "Es kommt also rein auf den physikalischen Vorgang der Explosion an, nicht auf das verwendete Material."

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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