Macht Geld wirklich glücklich?

Ob Geld glücklich macht ist eine Frage, die Forscher schon lange beschäftigt. Bisher waren Studienergebnisse uneindeutig - nun liefern Wissenschaftler aber neue Erkenntnisse: Geld macht glücklich, jedoch nur bis zu einer bestimmten Summe. 
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Geld macht tatsächlich glücklich - aber nur bis zu einer bestimmten Summe.
Andrea Warnecke/dpa Geld macht tatsächlich glücklich - aber nur bis zu einer bestimmten Summe.

München - Wie sich das Einkommen auf die Zufriedenheit eines Menschen auswirkt, fragen sich Wissenschaftler schon lange. In der Vergangenheit waren Studienergebnisse allerdings nicht eindeutig: Manche Forscher fanden heraus, dass Geld nicht direkt glücklicher macht, aber zumindest weniger traurig. Andere Studien zeigen, dass ein Mensch umso glücklicher ist, je mehr Geld er verdient. 

Wie WELT ONLINE berichtet, gingen Wissenschaftler um den Psychologen Andrew T. Jebb von der Purdue University die Frage jetzt etwas anders an. Sie erforschten, bei welcher jährlichen Einkommenshöhe Studienteilnehmer langfristig die höchste Lebenszufriedenheit berichten und von Tag zu Tag das höchste emotionale Wohlbefinden angeben. Dafür analysierten sie Daten des Marktforschungsinstituts Gallup. Basierend auf den Informationen von 1,7 Millionen Menschen aus insgesamt 164 verschiedenen Ländern versuchten Jebb und seine Kollegen herauszufinden, wie viel Geld denn nun wirklich glücklich macht. 

Die Ergebnisse: Um die maximale Lebenszufriedenheit für sich selbst herauszuholen, braucht man im weltweiten Durchschnitt ein Jahreseinkommen von 95.000 Dollar. Damit das tägliche emotionale Wohlbefinden am höchsten ausfällt, ist weniger Jahreseinkommen nötig: Menschen, die 60.000 bis 75.000 Dollar verdienten, gaben ihr emotionales Wohlbefinden in der Studie mit den höchsten Werten an. Wichtig: Diese Einkommenswerte beziehen sich auf Einzelpersonen! 

Das ideale Einkommen variiert von Region zu Region

Die Forscher fanden außerdem heraus, dass das Einkommen, das für maximale Lebenszufriedenheit sorgt, von Region zu Region variiert. In westlichen Industrienationen muss man vergleichsweise viel verdienen, um glücklich zu sein: In Australien 125.000 Dollar jährlich, in Nordamerika 105.000 Dollar und in Westeuropa 100.000 Dollar, was in etwa 81.270 Euro entspricht. Zum Vergleich: Der Bruttoarbeitslohn für einen Arbeitnehmer ohne Kinder betrug laut Statista in Deutschland im Jahr 2016 durchschnittlich 33.396 Euro - damit müsste ein Durchschnittsverdiener das 2,5-fache seines tatsächlichen Einkommens verdienen, um maximal zufrieden zu sein. Glück ist demnach wohl eine kostspielige Angelegenheit. 

Etwas weniger teuer ist Glücklich sein in Lateinamerika. Dort bringt ein Jahreseinkommen von 35.000 Dollar bereits die höchste Zufriedenheit. Und auch in Osteuropa (45.000 Dollar) und Südostasien (70.000) ist Glück wohl noch etwas erschwinglicher als bei uns. 

Wer allerdings mit seinem Einkommen über den sogenannten Sättigungspunkt hinauskommt, ist gemäß der Studie langfristig weniger zufrieden im Leben. Dafür hat Jebb jedoch eine logische Erklärung: Nicht das höhere Einkommen selbst führt zur Abnahme der Zufriedenheit, sondern die damit verbundenen Anforderungen wie Arbeitsbelastung und Verantwortung. Die Gehaltsklasse, ab der Geld die Zufriedenheit negativ beeinflusst, erreicht aber ohnehin nur ein sehr geringer Teil der Bevölkerung. 

Damit lieferten Forscher nun die Antwort: Ja, Geld macht glücklich. Je mehr Geld, umso glücklicher gilt aber nicht, denn auch andere Faktoren wie positive Erfahrungen bei der Arbeit und das Ausmaß an Freizeit spielen für die eigene Lebenszufriedenheit eine große Rolle. Damit zeigt sich wieder einmal, das Geld doch nicht alles ist. 

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