Lebenslange Haft nach Bleivergiftungen in Kindergarten

Das Essen sollte appetitlicher aussehen. Dafür mischten Beschäftigte eines chinesischen Kindergartens bleihaltige Farbe unter die Mahlzeiten. Nun wurden sechs Menschen verurteilt.
dpa |
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Nach Bleivergiftungen bei mehr als 200 Kindern ist die Betreiberin eines chinesischen Kindergartens zu lebenslanger Haft verurteilt worden.(Archivbild)
Nach Bleivergiftungen bei mehr als 200 Kindern ist die Betreiberin eines chinesischen Kindergartens zu lebenslanger Haft verurteilt worden.(Archivbild) © Johannes Neudecker/dpa
Peking

Nach der Vergiftung von mehr als 200 Kindern mit bleihaltigem Essen ist die Betreiberin eines chinesischen Kindergartens zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, sprach ein Gericht in der Stadt Lanzhou die Frau wegen der Herstellung und des Verkaufs giftiger und gesundheitsschädlicher Lebensmittel schuldig. Fünf weitere Beschäftigte erhielten Haftstrafen zwischen sechs und 15 Jahren.

Nach Feststellung des Gerichts hatten die Betreiberin und die Kindergartenleitung das Küchenpersonal angewiesen, gesundheitsschädliche Stoffe unter die Speisen zu mischen. Das Essen wurde Kindern und Beschäftigten der Einrichtung in Tianshui in der Provinz Gansu serviert. Die Farben sollten die Mahlzeiten ansprechender machen und damit für den Kindergarten werben.

Farben waren als nicht essbar gekennzeichnet

Der Fall war im Juli 2025 bekanntgeworden. Nach einem von Xinhua veröffentlichten Untersuchungsbericht wurden bei 247 Kindern erhöhte Bleiwerte im Blut festgestellt. Auch Beschäftigte waren betroffen.

Die Küche hatte Malfarben in Teig für Kuchen und gefüllte Teigrollen gemischt, obwohl die Verpackungen ausdrücklich darauf hinwiesen, dass die Farben nicht zum Verzehr geeignet waren. In zwei untersuchten Speiseproben lag der Bleigehalt mehr als 2.000-mal so hoch wie nach dem chinesischen Lebensmittelstandard erlaubt.

Auch Bluttestergebnisse wurden manipuliert

Die Untersuchung deckte zudem Versäumnisse bei Behörden und medizinischen Einrichtungen auf. In einem örtlichen Krankenhaus waren Bluttestergebnisse von Kindern nachträglich nach unten verändert worden. Die Behörden leiteten damals Untersuchungen gegen zahlreiche Verantwortliche ein.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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