Köstliches aus Kühlschrankresten

Viele Lebensmittel werden Tag für Tag in die Tonne getreten, obwohl man sie leicht noch in die Pfanne hauen könnte. So verarbeiten Sie Reste kreativ weiter - die Rezepte
| Konstanze Faßbinder
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Das Bundesministerium für Verbraucherschutz klärt auf: Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerfdatum.
dpa Das Bundesministerium für Verbraucherschutz klärt auf: Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerfdatum.

Viele Lebensmittel werden Tag für Tag in die Tonne getreten, obwohl man sie leicht noch in die Pfanne hauen könnte. So verarbeiten Sie Reste kreativ weiter - die Rezepte

MÜNCHEN 82 Kilo Lebensmittel werfen wir Deutschen im Jahr weg – pro Person. Das ist jedes achte Lebensmittel und macht 6,7 Millionen Tonnen Essensmüll allein in privaten Haushalten. „Ran an die Reste!“ fordert deshalb Bundesernährungsministerin Ilse Aigner die Bürger auf zum sparsamen Überbleibsel-Verkochen und geht auch gleich mit gutem Beispiel, will heißen Rezept, voran.

Auf der neuen Webseite www.zugutfuerdietonne.de beschreibt die CSU-lerin, wie man aus alten Brezen eine bekömmlich-bayerische Brezensuppe herstellt. Die Seite ist eine Initiative des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Sie soll über die Problematik des verschwenderischen Lebensmittelkonsums aufklären und die Deutschen zum sparsameren Umgang mit ihrem Essen motivieren. Welker Salat, schrumpelige Karotten oder braune Bananen – vor allem Obst und Gemüse sind es, die oft vorzeitig im Müll landen. Es folgen Back- und Teigwaren, wie eine Studie der Uni Stuttgart ergab.

Weggeworfen wird zumeist nicht, weil die Lebensmittel schlecht geworden sind; sie scheinen lediglich nicht mehr ansehnlich oder haben ihr Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten. Häufig werden Lebensmittel nicht richtig gelagert oder bereits der Einkauf ist falsch geplant. Seit dieser Woche kann jeder sein Lieblings-Reste-Essen auf www.zugutfuerdietonne.de einstellen und mit anderen teilen. Eine gute Sache, findet die AZ, und hat auch ein bisschen gesammelt: Bekömmliches aus Restlichem von Redakteuren und Münchner Star-Köchen. Wohl bekomm’s!


 

Resterltarte von Alfons Schuhbeck: Tarteform mit Butter einpinseln und mit Blätterteig auslegen. Für den Belag beliebige Reste (blanchiertes Gemüse wie Karotten, Paprika, Kohlrabi, Zwiebeln, Erbsen, kleingewürfelter Braten, gekochtes Fleisch, Wurst oder Schinken) vermischen, mit Chilisalz würzen und auf Teigboden verteilen. Frischkäse, Milch und Eier vermischen, zerkleinerten Käse hineinrühren und mit Salz, Pfeffer, einer Prise Chilisalz, Bohnenkraut, Zitronenabrieb und Muskatnuss würzen. Auf Gemüse gießen und im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad rund 30 Minuten backen. Etwas abkühlen lassen und in Stücke schneiden.


 

Taler aus Kartoffelpüree von AZ-Redakteurin Julia Lenders: Kartoffelpüree vom Vortag mit einem Ei vermischen, zu Talern formen und mit Mehl bestäuben. In einer heißen Pfanne knusprig rausbraten und auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Passt gut als deftige Beilage zu Bratwürsten oder Sauerkraut. Eine andere Variante der Resteverwertung: Das alte Püree, zerkrümelten Feta, je nach Menge ein bis zwei Eier und Knoblauch miteinander vermischen und abschmecken. In gebutterte Muffinförmchen verteilen und im Ofen mindestens 30 Minuten backen.


 

Brezensuppe von Bundesernährungsministerin Ilse Aigner: Brezen vom Vortag in Scheiben schneiden und in einer Pfanne mit Butterschmalz zehn Minuten lang goldbraun anrösten. Eine fein geschnittene Zwiebel dazu geben und glasig dünsten, dann Knoblauch dazugeben. Rindsbrühe mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und die Brezen aufgießen. Kurz aufkochen lassen und verquirlte Eier in die leicht köchelnde Suppe einrühren, bis sich Flocken bilden. Ein wenig ziehen lassen und eventuell nachwürzen, mit Liebstöckel verfeinern. Vor dem Servieren frisch geschnittene Petersilie und Schnittlauch dazu geben. 


 

Auberginen mit Ratatouille und Feta von Eckart Witzigmann: Auberginen in Scheiben schneiden, in Olivenöl anbraten und leicht salzen. Paprika, Zucchini und Zwiebel in Würfel schneiden, Knoblauch fein hacken. Zwiebelwürfel scharf anbraten, Paprika und schließlich Zucchini hinzugeben. Mit Knoblauch abschmecken und würzen. Tomatensauce hinzugeben und fast ganz einkochen lassen. Füllung auf Auberginenscheiben geben, einrollen und im Rohr in Tomatensauce weichschmoren. Mit Fta belegen und gratinieren. Vor dem Servieren mit Basilikum garnieren und mit gerösteten Pinienkernen bestreuen.


 

Spaghetti Cacio e Pepe von AZ-Redakteurin Annette Zoch: Spaghetti kochen, aber nicht ganz al dente werden lassen. Den Topf vom Herd nehmen, zur Seite stellen und nicht abgießen. Die Nudeln mit ein paar Kellen Nudelkochwasser in einer hohen Pfanne fertig kochen. Sollte das Nudelwasser vorher verdunsten, einfach noch etwas Kochwasser draufgeben. Durch die Stärke im Wasser werden die Nudeln cremig. Viele Käsereste reiben (Pecorino oder Parmesan) und zu den Nudeln geben. Zum Abschluss kräftig mit frisch gemahlenen Pfeffer würzen, ein bisschen Olivenöl dazugeben, fertig.


 

Curry-Weißwurst von AZ-Volontärin Myriam Siegert: Übrig gebliebene, gekochte Weißwürste enthäuten und in Scheiben schneiden. Kurz anbraten. Für die Soße Tomatenketchup und, falls vorhanden, Gewürzketchup verrühren und erwärmen. Mit reichlich Curry sowie Salz, Pfeffer und etwas Zucker würzen, wer’s schärfer mag noch Chili oder Cayennepfeffer hinzugeben. Nach Belieben mit etwas Wasser oder Brühe verdünnen und kurz aufkochen lassen. Die angebratenen Wurstscheiben in die Sauce geben und nochmal kurz aufkochen lassen. Dazu passen Semmeln oder Pommes.

 

 

 

 

 

 

 

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