Kinder eingesperrt und misshandelt: Paar muss ins Gefängnis

Die Kinder erhielten kaum Nahrung, durften nie raus und wurden immer wieder geschlagen: Gemeinsam mit ihrem Partner sperrt eine Mutter bei Bonn ihre Kinder ein. Nun muss das Paar ins Gefängnis.
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Das Urteil fiel am Bonner Landgericht. (Archivbild)
Das Urteil fiel am Bonner Landgericht. (Archivbild) © Thomas Banneyer/dpa
Bonn

Wegen der monatelangen grausamen Misshandlung ihrer drei kleinen Söhne hat das Landgericht Bonn eine Mutter und ihren Lebensgefährten zu jeweils fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Jugendschutzkammer sprach die 22-jährige Frau und den 30-jährigen Mann wegen gemeinschaftlicher schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen schuldig.

Die damals zwei, drei und fünf Jahre alten Jungen waren über fünf Monate hinweg in einer abgedunkelten, völlig verwahrlosten Wohnung fixiert worden, die laut Gericht "bestialisch nach Fäkalien stank" und von Maden sowie Fliegen befallen war. Die Räume in Zülpich im Kreis Euskirchen waren mit Windelsäcken so zugemüllt, dass sie kaum noch betreten werden konnten.

Die Kinder erhielten demnach kaum Nahrung, kamen nie an die frische Luft und wurden regelmäßig geschlagen, oft weil sie dem Paar zu laut waren. Trotz teilweise lebensbedrohlicher Zustände verweigerten die Angeklagten den Jungen jede ärztliche Hilfe aus Angst, dass die Vernachlässigung entdeckt und ihnen die Kinder weggenommen würden.

Zahlreiche Knochenbrüche und Hämatome

Medizinische Untersuchungen ergaben später neben zahlreichen Hämatomen mindestens zwölf alte und neue Knochenbrüche bei den Kindern. Ein sichergestellter Chatverlauf belegte zudem, dass das Paar die Notlage genau kannte, sich aber stattdessen abfällig über die Kinder äußerte. Die Kammer warf den Angeklagten Eigensucht und böswillige Vernachlässigung vor.

Während die Mutter ihre Überforderung mit einer erneuten Schwangerschaft und einer eigenen gewaltgeprägten Kindheit erklärte, behauptete der Partner, die Frau habe als "die Chefin" ärztliche Hilfe untersagt. Er habe sich wegen des gemeinsamen ungeborenen Kindes nicht trennen wollen.

Der Fall kam Ende April 2025 ans Licht, als zwei der Jungen bei Kälte nur mit T-Shirts bekleidet auf der Straße entdeckt wurden. In der Wohnung fanden Beamte schließlich das dritte Kind, dessen Unterernährung laut Ärzten langfristige Schäden befürchten lässt. Alle Kinder, inklusive eines im Mai 2025 geborenen vierten Sohnes, leben heute in Pflegefamilien.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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